eines der bekanntesten Märchen aus den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm
Die folgende Inhaltsangabe bezieht sich auf die erste Fassung (1812).
Das Motiv der im Wald ausgesetzten, von Menschenfressern bedrohten Kinder taucht in sehr ähnlicher Form in Charles Perraults Däumling auf.
Inhalt

Illustration von Carl Offterdinger, um 1900
Diesmal hatte Hänsel keine Gelegenheit Kiesel mitzunehmen. Stattdessen streuen die Kinder Brotkrumen aus, die jedoch von den Vögeln weggepickt werden. Nun sind sie mutterseelenallein im Wald und finden nicht mehr zurück. Herumirrend stoßen sie auf ein Haus, das ganz aus Brot, Kuchen und Zuckerwerk gemacht ist. Hänsel und Gretel stillen ihren Hunger, als es plötzlich ruft:
Knusper, Knusper, Knäuschen, wer knuspert an meinem Häuschen?
Eine alte Frau lädt sie freundlich ein, in ihr Häuschen zu kommen. Doch wie sich zeigt, ist sie eine kinderfressende Hexe. Hänsel wird in den Stall gesperrt und gemästet, bis er fett genug zum Verspeisen ist. Gretel muss den Haushalt versorgen. Täglich prüft die Hexe Hänsels Zustand, doch der täuscht sie, indem er ihr statt des verlangten Fingers ein Stöckchen hinhält. Irgendwann verliert sie die Geduld und will Hänsel fressen, ob nun mager oder fett. Gretel soll den Backofen anheizen. Die Hexe fordert sie auf, in den Ofen zu steigen um nachzuschaun, ob er schon heiß genug ist. Gretel gibt vor, nicht zu wissen wie man das macht, sodass die Hexe selbst hineinsteigt, um es ihr zu zeigen. Gretel schubst die Hexe in den Ofen, wo sie verbrennt. Dann befreit sie ihren Bruder und geht mit ihm nach Hause zu den Eltern.
Andere Fassungen
In späteren Fassungen des Grimmschen Märchens tritt anstelle der Mutter von Hänsel und Gretel eine Stiefmutter auf. Außerdem wurde das Ende der Geschichte um eine Erklärung bereichert, wie die Kinder nach Hause gefunden haben: Sie gelangen an ein »großes Wasser«, wo sie von einer weißen Ente übergesetzt werden. Auf der anderen Seite angekommen, kommt ihnen die Gegend zunehmend bekannt vor. Bei Ludwig Bechsstein zeigt ein Vogel den Kindern den Weg, um ihnen für die ausgetstreuten Brotkrumen zu danken.


