Der Schweinehirt

Der Schweinehirt

Märchen von Hans Christian Andersen

Inhalt

Ein armer Prinz besitzt nur ein winzig kleines Reich, aber heiraten möchte er doch — und zwar die Tochter des Kaisers. Er schickt ihr, in silberne Behälter verpackt, zwei Pretiosen, mit denen er glaubt, ihr Herz erobern zu können. Zum einen eine wunderbar duftende Rose von einem kostbaren Strauch, der nur einmal in fünf Jahren blüht, zum andern eine bezaubernd singende Nachtigall. Die Prinzessin ist von den Pretiosen ganz entzückt, allerdings nur, solange sie annimmt, dass es sich dabei um kunstvoll gefertigtes Spielzeug handelt. Als sie aber merkt, dass es sich um eine echte Rose und um einen echten Vogel handelt, weigert sie sich, den Prinzen auch nur zu sehen.

Der Schweinehirt, Märchen von Hans Christian Andersen, Märchenbilder von Anne Anderson

Der Schweinehirt. Illustration von Anne Anderson

Daraufhin verdingt sich der arme Prinz als Schweinehirte am Hof des Kaisers. Abends werkelt er an einem neuen Geschenk für die Prinzessin, diesmal garantiert künstlich: ein hübsches Töpfchen mit Schellen am Rand. Sobald es anfängt zu kochen, ertönt die Melodie des alten Liedes »Oh, du lieber Augustin, alles ist hin« und man kann genau riechen, was in welcher Küche der Stadt gerade gekocht wird. Das gefällt der Prinzessin und ihrem Hofstaat. Und zwar so sehr, dass sie bereit ist, den eigentlich unverschämten Preis dafür zu zahlen: zehn Küsse für den Schweinehirten.

Als nächstes offeriert der Schweinehirte (also der arme Prinz) der Kaisertochter eine Ratsche, die alle Melodien spielen kann, die seit Anbeginn der Welt erdacht wurden. Diesmal beträgt der Preis hundert Küsse, und er lässt sich auch nicht dazu herbei, ersatzweise Küsse von den Hofdamen anzunehmen. Der Aufruhr, der bei der ganzen Küsserei entsteht, ruft schließlich auch den Kaiser herbei. Als der das unwürdige Treiben seiner Tochter sieht, verweist er sie des Landes. Den Schweinehirten natürlich auch. Der gibt sich der Prinzessin als jener Prinz zu erkennen, dessen Geschenke sie verschmähte, und lässt sie (bäh!) vor der Tür seines winzig kleinen Reiches stehn. Da bleibt ihr nur noch das Spieluhr-Töpfchen und das Lied vom lieben Augustin …

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