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Jack der Riesentöter: englisches Märchen | Märchenatlas

Jack der Riesentöter

Jack der Riesentöter

Jack der Riesentöter ist ein britischer Märchenheld, dessen Abenteuer vage mit der Artus-Erzählung verknüpft sind. Die Geschichte besteht aus einer Aneinanderreihung von nicht enger miteinander verbundenen Episoden vom Typ »David gegen Goliath«, in denen Jack auf die eine oder andere Weise einen oder mehrere Riesen zur Strecke bringt. Manches erinnert dabei an das tapfere Schneiderlein aus dem Grimm’schen Märchen, das es auch mit Riesen aufnimmt. Die ansonsten für Märchen typische Entwicklung des Märchenhelden fehlt — ähnlich wie die Kunststücke des Meisterdiebes sind Jacks Heldentaten l’art pour l’art, motiviert vor allem durch Jacks Pflichtgefühl gegenüber König Artus, wozu selbstverständlich gehört, edle Damen und Ritter aus den Klauen von Riesen zu befreien.

Jack der Riesentöter. Illustration Arthur Rackham

Jack der Riesentöter. Illustration Arthur Rackham

Jack ist der Sohn eines reichen Bauern und schon früh durch seinen wachen Verstand positiv aufgefallen. Seine Karriere als Riesentöter beginnt, als das Bergland von Cornwall von dem Riesen Cormoran beherrscht wird, der die Menschen in den umliegenden Dörfern und Städten in Angst und Schrecken versetzt. Er ernährt sich von deren Vieh, und das reichlich — mühelos lädt er sich ein halbes Dutzend Ochsen auf den Rücken, während Schweine und Schafe an seinem Gürtel baumeln. Nachdem er einige Jahre lang sein Unwesen getrieben hat, ist Cornwall verständlicherweise verarmt. Die Richter haben den Schatz des Riesen als Belohnung ausgesetzt, für denjenigen, der Cornwall von dem Riesen befreit. Als Jack davon hört, erklärt er sich bereit; bewaffnet mit einem Spaten, einer Spitzhacke und einem Horn rückt er dem Riesen zu Leibe. Zunächst gräbt er am Fuß des Berges, auf dem der Riese lebt, eine gewaltige Grube, die er mit Stöcken, Stroh und etwas Erde abdeckt. Dann bläst er auf dem Horn, wodurch sich der Riese erwartungsgemäß gestört fühlt. Wütend kommt er auf Jack zugerannt, um ihn sich als Frühstück einzuverleiben. Doch daraus wird nichts; der Riese fällt in die Grube, wo ihm Jack mit der Spitzhacke den Schädel einschlägt. Dann holt er sich aus der Höhle des Riesen den ihm zustehenden Schatz.

Außerdem darf er sich von nun an Riesentöter nennen, und er bekommt von den Honoratioren einen Gürtel, auf dem mit Goldfaden gestickt steht, dass er derjenige ist, welcher den Riesen Cormoran getötet hat. Sein Ruhm wird Jack fast zum Verhängnis, weil auch der Riese Blunderbore davon erfährt. Als Jack ein paar Wochen später auf seinem Weg nach Wales in die Nähe des Zauberschlosses kommt, in dem der Riese haust, wird er von diesem geschnappt und eingesperrt. Die vielen Menschenknochen auf dem Boden verheißen nichts Gutes, doch es gibt einen kleinen Aufschub, weil der Riese erst noch seinen Bruder holen will, um sich mit ihm das Früchtchen zu teilen. Als die beiden unten zum Schlosstor herein kommen, wirft Jack von oben jedem eine Schlinge über den Kopf, führt das andere Ende über einen Balken und zieht kräftig, sodass ihnen die Luft knapp wird und sie sich nicht wehren können. Den Rest besorgt er mit dem Schwert. Anschließend befreit er noch drei von dem Riesen gefangen gehaltene Damen.

In Wales trifft er auf einen Riesen mit zwei Köpfen, der freundlicher zu sein scheint, als die drei mit denen er zuvor Bekanntschaft geschlossen hat. Er lässt Jack, der dringend ein Nachtlager braucht, in seinem Haus schlafen. Jedoch, wie Jack gerade noch rechtzeitig erfährt, in der Absicht, ihn um Mitternacht im Bett zu erschlagen. Jack legt einen Holzscheit ins Bett und versteckt sich in einer Ecke. Der Riese merkt nicht, dass er auf einen Holzscheit einschlägt, und am Morgen erscheint Jack zu dessen Verblüffung frisch und munter beim Frühstück. Als der Riese ihm eine riesige Portion Mehlbrei vorsetzt, will er sich keine Blöße geben und schüttet den Brei deshalb in einen Beutel, den er unter seinem Mantel versteckt. Dann erledigt er den Riesen (Nr. 4) mit folgendem Trick: er sticht mit einem Masser in seinen Bauch, sodass der Mehlbrei herausquillt. Nun ist es der Riese, der sich keine Blöße geben will: diesen Trick kenne er schon lange, meint er, sticht sich das Messer in den Bauch und fällt tot um.

Nach diesem Abenteuer tritt Jack in den Dienst von König Artus‘ Sohn. Der hat ein Problem mit seiner Braut, die von bösen Geistern und gar von Luzifer selbst besessen ist. Jack hilft dem Prinzen, die Braut aus Luzifers Klauen zu befreien, indem er einem dreiköpfigen Riesen (der seltsamerweise sein Onkel ist) vier Zaubergegenstände abluchst: einen Tarnumhang, die Kappe der Weisheit, ein Zauberschwert und ein Paar extraschnelle Schuhe. Für diese Heldentat wird Jack zum Ritter der Tafelrunde geschlagen. Der denkt nicht daran, sich auf seinen Lorbeeren auszuruhen, zumal in England und Wales immer noch Riesen ihr Unwesen treiben. So tötet er drei weitere Riesen — den Waldriesen, den Riesen Thundernell und den Riesen Galligantus — und befreit unzählige Ritter und Damen. Schließlich, nachdem das Land endlich riesenfrei ist, vermählt in König Artus mit der Tochter eines Herzogs und schenkt ihm einen schönen Landgut. So lebt Jack zufrieden und glücklich mit seiner Dame, aber ohne Riesen.

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