Petrosinella

Petrosinella

enthalten in Giambattista Basiles Märchensammlung Pentameron (erstes Märchen des zweiten Tages)
Märchentyp ATU 310: Jungfrau im Turm, siehe auch Rapunzel

Inhalt

Eine schwangere Frau sieht von ihrem Fenster aus im Garten einer Hexe ein Beet mit Petersilie. Es überkommt sie ein so unwiderstehlich Gelüst auf das Kraut, dass sie sich eine Handvoll davon holt, als sie die Hexe nicht daheim ist. Doch die Hexe bemerkt, dass jemand an ihrem Beet war, und als die Frau ein weiteres Mal Petersilie stiehlt, wird sie von der Hexe auf frischer Tat ertappt. Um ihr eigenes Leben zu retten, verspricht sie der Hexe ihr ungeborenes Kind. Das Mädchen, mit dem sie schließlich niederkommt, trägt auf der Brust ein Mal, das an Petersilie erinnert. Die Eltern nennen es deshalb Petrosinella.

Etliche Jahre vergehen, und die unangenehme Begegnung scheint folgenlos zu bleiben. Doch als Petrosinella zur Schule kommt, begegnet sie auf ihrem Weg des öfteren der Hexe. Mehrmals wird sie von dieser unfreundlich angesprochen: sie solle ihre Mutter daran erinnern, endlich ihr Versprechen einzulösen. Die Mutter ist verzweifelt und hat nur noch den Wunsch, diese Reden nicht mehr hören zu müssen. Deshalb trägt sie Petrosinella auf, der Hexe auszurichten, sie solle sich nehmen, was sie haben will. Die völlig arglose Petrosinella tut, was die Mutter ihr geheißen und wird daraufhin von der Hexe an den Haaren in den dunkelsten Teil des Waldes gezerrt. Dort zaubert die Hexe einen Turm ohne Tür und Treppe hervor, wo sie fortan mit Petrosinella lebt. Sie selbst steigt an den langen Haarflechten Petrosinella den Turm hianuf und hinab.

Petrosinella (Rapunzel), Märchen von Giambattistata Basile. Illustration Warwick Goble

Petrosinella und der Prinz suchen nach den Galläpfeln. Illustration Warwick Goble

Eines Tages kommt ein Prinz mit seiner Gefolgschaft am Turm vorbei. Petrosinella zeigt ihre schönen langen Haare und ihr hübsches Gesicht, woraufhin sich der Prinz unsterblich in sie verliebt. Sie pflegen eine heimliche Liebschaft im Turm, die irgendwann von einer Gevatterin der Hexe entdeckt und an diese verraten wird. Die Hexe ist sich aber sicher, daß Petrosinella unmöglich mit ihrem Prinzen fliehen kann, weil drei in ihrem Verlies versteckte Galläpfel einen Bannzauber auf sie ausüben. Dies sagt sie zur Beruhigung der Gevatterin — und wird dabei von Petrosinella belauscht. Petrosinella und der Prinz suchen und finden die Galläpfel, bauen eine Strickleiter und fliehen. Die Hexe bemerkt die Flucht und verfolgt das Paar. Petrosinella besinnt sich der Zauberkraft der Galläpfel und wirft einen davon auf die Erde. Es erscheint ein großer Hund, der die Hexe bedroht und vorübergehend an der Verfolgung hindert. Doch die Hexe besiegt den Hund, woraufhin Petrosinella den zweiten Gallapfel wirft. Auch mit dem so herbeigezauberten Löwen wird die Hexe noch fertig, doch der letzte Gallapfel zaubert einen Wolf herbei, der die Hexe auffrisst. Petrosinalla aber heiratet ihren Prinzen.

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