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Die drei Hunde

Die drei Hunde

Die drei Hunde ist ein Märchen von Ludwig Bechstein (Deutsches Märchenbuch), das als Leitfassung vieler ähnlicher Drachentöter-Märchen angesehen werden kann. Die Handlung beschränkt sich hier auf die Grundstruktur: Auszug des Helden, Tötung des Drachens mithilfe der Hunde, Betrug durch einen Neider, Überführung des Betrügers und glückliches Ende. Diese Grundstruktur wird in anderen Drachentöter-Märchen oft mit anderen Handlungssträngen sowie mit Ausschmückungen kombiniert; ein Beispiel ist das Märchen Die zwei Brüder von den Brüdern Grimm.

Inhalt

Ein alter Schäfer vererbt seinen beiden Kindern, einer Tochter und einem Sohn, nichts weiter als sein Häuschen und drei Schafe. Der Bruder lässt die Schwester wählen, die sich für das Haus entscheidet; er selbst beschließt, mit den Schafen in die weite Welt zu ziehen – dort habe schließlich schon mancher sein Glück gefunden und immerhin sei er ein Sonntagskind. Das Glück lässt auf sich warten. Eines Tages begegnet er einem Mann, der drei große schwarze Hunde mit sich führt und ihm vorschlägt, die Schafe gegen die Hunde zu tauschen. Das findet der junge Schäfer zunächst lächerlich, da sich die Schafe wenigstens von selbst ernähren, die Hunde dagegen gefüttert werden wollen. Doch der Fremde verspricht, dass es sich mit den schwarzen Hunden anders verhält – diese würden im Gegenteil ihren Besitzer ernähren. Was den Schäfer überzeugt, sind die Namen der Hunde: der kleinste heißt »Bring Speisen«, der mittlere »Zerreiß ihn« und der größte »Brich Eisen«. Also geht er auf den Tausch ein und macht alsbald die Probe auf’s Exempel, indem er den kleineren Hund Speisen bringen lässt. Wie er erfreut feststellt, hat er einen guten Tausch gemacht.

Er zieht weiter und trifft auf eine schwarz ausstaffierte Kutsche, in der ein wunderschönes, todtrauriges Mädchen sitzt, das, wie auch der Kutscher, ganz in Schwarz gekleidet ist. Der Grund für die Trauer ist ein Drache, der in der Gegend haust und dem jedes Jahr, um Schlimmeres zu verhüten, eine Jungfrau als Opfer gebracht wird. Wen es trifft, darüber entscheidet das Los, und diesmal hat es die erst vierzehnjährige Tochter des Königs getroffen. Der Schäfer sieht die Gelegenheit gekommen, sich (mithilfe der Hunde) als Held zu beweisen. Er folgt der Kutsche, die schließlich am Fuße eines hohen Berges hält. Die Königstochter fügt sich in ihr Schicksal und steigt immer weiter bergan, dicht gefolgt von dem Schäfer. Als sie sich dem Gipfel nähern, sehen sie den Drachen, ein schreckliches, geschupptes Untier mit stinkendem Atem. Der Drachen hat sein Opfer schon erwartet und will sich auf das Mädchen stürzen, doch bevor er dazu kommt, ruft der Schäfer seinen Hund »Zerreiß ihn«, der das Untier zu Strecke bringt und dessen Überreste auffrisst. Nur ein paar Zähne bleiben von dem Drachen übrig, die der Schäfer einsteckt. Die Königstochter dankt ihrem Retter und bittet ihn, mit zurück zu ihrem Vater zu kommen, der ihn reich belohnen werde. Doch der Schäfer will sich erst noch ein wenig in der Welt umsehen und verspricht, in drei Jahren an den Königshof zu kommen.

Also geht die Königstochter allein zur Kutsche zurück, um sich vom Kutscher nach Hause bringen zu lassen. Angesichts der Einsamkeit der Gegend und der Verwirrtheit das Mädchens fasst der Kutscher den Plan, sich selbst als Retter der Königstochter auszugeben. Er redet ihr ein, dass ihr eigentlicher Retter ihre Dankbarkeit nicht zu schätzen wüsste (im Gegensatz zu ihm); gleichzeitig droht er ihr, sie in den Fluss zu werfen – niemand würde je nach ihr suchen, da alle sie längst tot wähnen. So bleibt der Königstochter erneut nichts anderes übrig, als sich zu fügen. Der König will sie mit dem vermeintlichen Retter verheiraten, doch da sie noch so jung ist, soll die Hochzeit erst in einem Jahr stattfinden. Als die Frist verstrichen ist, erfleht die Braut noch ein Jahr Aufschub, und schließlich noch ein weiteres.

Nun, da drei Jahre seit der Tötung des Drachens vergangen sind, kommt auch der Schäfersohn mit seinen drei Hunden wie versprochen an den Königshof. Er erkundigt sich, warum alles so festlich geschmückt ist, und erfährt, dass die Königstochter nun endlich mit dem mutigen Drachentöter verheiratet werden soll. Empört nennt der Schäfersohn den angeblichen Drachentöter einen Betrüger und wird dafür prompt in den Kerker geworfen. Er will sich schon aufgeben, besinnt sich dann aber auf seinen Hund »Brich Eisen«, der ihn aus dem Kerker und von seinen Ketten befreit. Da er auch ordentlich Hunger hat, befiehlt er »Bring Speisen«. Der Hund holt die Speisen direkt von der königlichen Tafel, wo ihm die Königstochter erkennt und ihm eine Serviette mit der Königskrone zusteckt. Außerdem wagt sie es, nun da sie ihren wahren Retter in der Nähe weiß, sich ihrem Vater anzuvertrauen. Der Schäfersohn wird vor den König gebracht, wo er die Drachenzähne vorweist und letzte Zweifel ausräumt. Der betrügerische Kutscher muss in den Kerker und der Schäfersohn heiratet die Königstochter. Etwas später holt er seine Schwester an den Königshof, damit sie nicht länger in dem armseligen Häuschen des Vaters leben muss. Die Hunde aber verkünden, dass ihre gemeinsame Zeit nun um sei, da er ihre Hilfe nun nicht mehr brauche und auch das Glück seiner Schwester sichergestellt sei. Nach dieser Erklärung verwandeln sie sich in Vögel und fliegen davon.