Die drei Männlein im Walde

Die drei Männlein im Walde ist ein Märchen der Brüder Grimm (Kinder- und Hausmärchen, KHM 13). Es vereinigt Motive aus bekannten Märchen wie Frau Holle (böse, neidische Stiefmutter) und Die Gänsemagd (verratene Braut/Ehefrau). Das Hinausschicken der Stieftochter in die Eiseskälte tritt als Motiv besonders in dem russischen Märchen Der Frost in den Vordergrund.

Illustration von Anne Anderson zu dem Märchen Die drei Männlein im Walde
Die drei Männlein im Walde. Illustration Anne Anderson (Grimm’s Fairy Tales, Collins, London, 1922)

Inhalt

Ein Witwer heiratet eine Witwe. Jeder der beiden hat eine Tochter, die das Mannes schön und bei allen beliebt, die der Frau hässlich und zänkisch. Die Stiefmutter ist neidisch auf die Stieftochter und schikaniert sie, wo es nur geht. Einmal, im tiefsten Winter, näht sie ihr ein Kleid aus Papier und schickt sie in den Wald, wo sie Erdbeeren suchen, wohl in der Hoffnung, dass sie dabei erfriert. So gelangt das frierende Mädchen zu einer Hütte im Wald, in der drei kleine Männlein leben. Die lassen sie hinter ihrer Hütte den Schnee wegfegen, wo sie tatsächlich Erdbeeren findet. Abgesehen von den Erdbeeren bekommt das Mädchen von jedem der drei Männlein ein Geschenk. Der erste wünscht ihr, dass sie noch schöner wird, der zweite, dass ihr beim Sprechen Goldstücke aus dem Mund fallen, und der dritte, dass ein König sie heiratet.

Die böse Stiefmutter staunt nicht schlecht, als das verhasste Mädchen mit einem Korb Erdbeeren wiederkommt. Als sie die Goldstücke aus ihrem Mund purzeln sieht und sich auch noch der Wunsch mit dem König erfüllt, schickt sie ihre leibliche Tochter Erdbeeren holen. Allerdings ist diese angetan mit einem dicken Pelzmantel.

Immerhin findet auch sie die Hütte der Waldmännlein und fordert und bekommt die Erdbeeren. Doch statt der guten Wünsche geben ihr die Männlein nur schlechte mit auf den Weg: Sie möge in ihrem Pelzmantel frieren, als wäre er aus Papier, sie solle noch garstiger werden und eines elenden Todes sterben. Mutter und Tochter wollen sich an der vom Glück begünstigten jungen Königin rächen. Deshalb schmeicheln sie sich bei ihr ein und dürfen auf dem Schloss wohnen. Doch als die Königin mit ihrem ersten Kind im Wochenbett liegt, werfen sie sie in den Fluss. Dem König aber reden sie ein, seine Frau sei vor Schwäche gestorben.

Drei Nächte hintereinander erscheint die Königin als Ente bei einem Küchenjungen und fragt:

Was machen meine Gäste?
[Küchenjunge] Sie schlafen feste.
Was macht mein Kindelein?
[Küchenjunge] Es schläft in der Wiege fein.

In der dritten Nacht bewirkt ein Zauber, dass die junge Königin wieder lebendig vor ihrem Mann steht. Stiefmutter und Stiefschwester werden zur Strafe wilden Tieren zum Fraß vorgeworfen.

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