Jack und die Bohnenranke

Jack und die Bohnenranke

englisches Märchen, das besonders in der Version von Joseph Jacobs (English Fairy Tales, 1890) bekannt wurde. Im deutschsprachigen Raum kennt man es auch unter dem Titel Hans und die Bohnranke. Einen noch höheren Bekanntheitsgrad als das Märchen selbst hat das Motiv der rasant (bis zum Himmel) wachsenden Zauberbohnen dank diverser Zeichentrickfilme, Comics und Computerspiele.

AT 328

Inhalt

Eine arme Witwe lebt allein mit ihrem Sohn Jack, der leider ein Nichtsnutz ist. Als ihre einzige Kuh keine Milch mehr gibt, beauftragt die Mutter ihren Sohn, sie auf dem Markt zu verkaufen. Unterwegs trifft Jack einen Mann, der ihm die Kuh für fünf Zauberbohnen abhandelt. Wenn er sie noch am Abend aussät, wären die Bohnen am nächsten Morgen schon bis zum Himmel gewachsen. Die Mutter ist zornig, als Jack mit fünf Bohnen und ohne Kuh nach Hause kommt. Doch am nächsten Morgen zeigt sich, dass der Fremde nicht zu viel versprochen hat. Die Bohnenranken sind riesig und reichen anscheinend bis zum Himmel.

Jack und die Bohnenranke, englisches Märchen. Märchenbilder von Warwick Goble

Jack und die Bohnenranke. Illustration Warwick Goble

Jack klettert nach oben und erreicht tatsächlich den Himmel. Allerdings wohnen dort oben Riesen, die gerne Menschen fressen. Immerhin hat Jack Glück, dass Herr Menschenfresser gerade nicht zu Hause ist, sondern nur seine Frau. Die gibt ihm ein großes Stück Brot und versteckt ihn im Ofen, als der Mann nach Hause kommt und sofort argwöhnt: »Ich rieche Menschenfleisch!« Von seinem Versteck aus beobachtet er, wie der Riese sein Gold im Beutel zählt und dann den Beutel zu den vielen anderen tut. Als der Riese eingeschlafen ist, stiehlt er einen Beutel voll Gold und klettert an der Ranke nach unten.

Nun leben er und seine Mutter eine Weile sorglos, allzsu sorglos, denn bald ist der Reichtum aufgezehrt. Jack klettert noch einmal nach oben und stiehlt auf die gleiche Weise ein Huhn, das goldene Eier legt. Nun haben sie eigentlich ausgesorgt, doch Jack klettert noch einmal hinauf, um die goldene Harfe des Riesen zu stehlen. Es gelingt ihm, die Harfe an sich zu nehmen, doch zu seinem Pech ist das Instrument eine Zauberharfe, die nach ihrem Besitzer ruft. Eiligst klettert Jack an der Ranke nach unten, der Riese ihm nach. Als er das Haus schon sieht, ruft er seiner Mutter zu, sie solle schnell die Axt holen. Sobald er den Boden erreicht hat, haut er mit der Axt die Ranke durch, sodass der Riese auf den Boden kracht und sich das Genick bricht. Jack und die Mutter haben dank der goldenen Eier und der Harfe mit ihrer Zaubermusik ein gutes Auskommen. Und zum Schlus heiratet Jack eine schöne Prinzessin.

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