Märchenquiz

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König Drosselbart

König Drosselbart

Märchen der Brüder Grimm (Kinder- und Hausmärchen, KHM 52)

Inhalt

König Drosselbart, Märchen der Brüder Grimm. Märchenbilder von Arthur Rackham

König Drosselbart. Illustration Arthur Rackham

Ein König hat eine wunderschöne Tochter, die er gern verheiraten möchte. Zu seinem Leidwesen weist sie alle Freier ab, oft mit einer spöttischen Bemerkung. Besonders hart trifft es einen gutherzigen König, dessen Makel es ist, ein krumm gewachsenes Kinn zu haben: als König Drosselbart wird er von der hochmütigen Königstochter verspottet. Dem König, der sich das hochnäsige Treiben seiner Tochter wohl schon zu lange angesehen hat, reißt die Geduld. Er kündigt an, seine Tochter mit dem nächstbesten Mann zu verheiraten, und sei es ein Bettler.

Er hält sein Wort, als bald darauf ein Spielmann am Hof des Königs auftaucht. Schnell wird die Hochzeit ausgerichtet, und kurz darauf befindet der König: Es schickt sich nun nicht länger, dass seine Tochter im Schloss wohnt, sie möge mit dem ihr Angetrauten ziehen. Der Spielmann nimmt seine Frau mit sich. Der Weg des jungen Paars führt durch einen Wald, wo sich zwischen beiden folgendes Gespräch entspinnt:

Ach, wem gehört der schöne Wald?
Der gehört dem König Drosselbart.
Hätt’st du ihn genommen, so wär er dein.
Ach ich arme Jungfer zart,
hätt ich genommen den König Drosselbart.

Das wiederholt sich mit einer schönen Wiese und schließlich mit der Stadt, in der ihr neues Zuhause ist. Der Spielmann fordert seine Frau auf, Feuer zu machen und Essen zuzubereiten, was sie jedoch nie gelernt hat. Auch zur Arbeit taugt sie nicht, weder zum Korbflechten noch zum Spinnen, denn ihre Finger sind so zart, dass selbst das Garn sie schneidet. Schließlich verfällt der Mann darauf, es mit dem Verkauf von Töpfen zu versuchen, und schickt die Königstochter mit Töpferware auf den Markt. Davon können sie einigermaßen leben, denn die Leute kaufen der schönen Frau gern etwas ab, und mancher zahlt sogar mehr, als die Ware eigentlich wert ist. Doch dann prescht eines Tages ein betrunkener Husar durch die ausgelegte Ware, sodass alles ein einziger Scherbenhaufen ist. Die Frau traut sich erst nicht nach Hause, weil sie den Zorn ihres Mannes fürchtet, und als sie dann doch nach Hause kommt, ist der Mann fort.

Nun lebt die einst so hochmütige Königstochter einsam und in großer Not. Eines Tages wird sie zu einer Hochzeit im Schloss eingeladen. Nur wegen der Aussicht, dort vom Überfluss einiges mitnehmen zu können, nimmt sie die Einladung an. Sie bindet sich ein Töpfchen um, in dem sie Essensreste aufsammeln will und das sie gut unter ihrem Mantel versteckt hält. Doch einer der Gäste fordert sie zum Tanz auf und lässt sich nicht abweisen. Beim Tanzen fällt das Töpfchen herunter, und alle Hochzeitsgäste lachen und verspotten sie. Sie möchte vor Scham im Boden versinken. In diesem Moment ihrer tiefsten Erniedrigung gibt sich einer der Gäste zu erkennen als König Drosselbart, der gleichzeitig auch der Spielmann und der betrunkene Husar gewesen ist.