Froschkönig oder Der eiserne Heinrich

Der Froschkönig oder der eiserne Heinrich ist ein Märchen der Brüder Grimm und steht seit der ersten Auflage an der ersten Stelle der Kinder- und Hausmärchen, KHM 1; Märchentyp ATU 440: Frosch ist verzauberter Prinz. Es dürfte das bekannteste Märchen mit dem Motiv der Tierehe (Partnerschaft zwischen einem Menschen und einem Tierpartner, der erlöst wird) sein. Die Besonderheit ist hier, dass die Prinzessin gegen ihren Willen, vielmehr auf Druck ihres Vaters die Verbindung eingeht und die Erlösung nicht eigentlich durch liebevolle Hingabe bewirkt wird, sondern durch den Versuch der Prinzessin, den ungeliebten Partner zu vernichten.

Illustration Richard Flockenhaus zu dem Märchen Der Froschkönig oder der eiserne Heinrich
Froschkönig. Illustration Richard Flockenhaus (Die schönsten Märchen der Brüder Grimm, Verlag Jugendhort, Berlin, 1910)

In der Illustrationsgeschichte des Märchens überwiegt das romantische Bild der Prinzessin am Brunnen bei ihrer ersten Begegnung mit dem Frosch. Einige Illustratoren wählten als Motiv die Szene, in der der Frosch, das ihm gegebene Versprechen einfordernd, im Schloss auftaucht. Selten zu sehen ist die Schlussszene, die erklärt, was es mit dem im Titel genannten eisernen Heinrich auf sich hat. Als Ergänzung zu dem vorliegenden Artikel empfehlen wir unsere kommentierte Auswahl von Illustrationen zum Märchen vom Froschkönig.

Inhalt

Die jüngste Tochter eines Königs vertreibt sich ihre Zeit am liebsten nahe beim Brunnen, wo sie mit ihrer goldenen Kugel spielt. Einmal fällt die Kugel versehentlich in den Brunnen. Als sie den Verlust ihres Spielzeugs laut jammernd beklagt, taucht ein Frosch am Brunnen auf. Er bietet der Königstochter an, die Kugel aus dem Brunnen zu holen. Dazu muss sie ihm allerdings versprechen, dass er künftig von ihrem Teller essen und mit in ihrem Bett schlafen darf. In der Annahme, ihr Versprechen nicht einlösen zu müssen, nimmt sie die Hilfe des Frosches an und bekommt ihre Kugel wieder.

Am nächsten Tag hat sie die Begegnung bereits vergessen, als der Frosch ins Schloss kommt. Der König fordert von seiner Tochter, dass sie ihr Versprechen einlöst. Widerwillig teilt sie ihr Essen mit dem Frosch, wobei sie selbst kaum ein Bissen hinunter bekommt. Als sich der glitschige Geselle in ihrem Bett breit macht, schlägt ihr Ekel in Wut um, und sie wirft das Tier mit aller Kraft gegen die Wand. Daraufhin verwandelt sich der Frosch in einen schönen Prinzen. Er erzählt ihr seine Geschichte, nämlich dass er von einer bösen Hexe in einen Frosch verwandelt wurde und nur sie (die Königstochter) ihn habe erlösen können. Am nächsten Morgen wird das junge Paar von Heinrich, dem treuen Diener des Prinzen in einer Kutsche abgeholt. Heinrich war von der Verwandlung seines Herrn so betrübt, dass sein Herz in drei eiserne Fesseln gebunden ist. Auf der Fahrt gibt es dreimal einen lauten Knall, worauf sich zwischen dem Prinzen und Heinrich folgender Dialog entspinnt:

»Heinrich, der Wagen bricht.«
»Nein, Herr, der Wagen nicht,
es ist ein Band von meinem Herzen,
das da lag in großen Schmerzen [..]«

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