Tiere im Märchen: Die Ameise

Tiere im Märchen: Die Ameise

Der Fleiß der Ameise ist sprichwörtlich. Ihr rastloses Umherlaufen erscheint nur auf den ersten Blick planlos; tatsächlich herrscht im Ameisenstaat ein geordnetes Gemeinschaftsleben, in dem Individualität kaum eine Rolle spielt. Im Märchen treten Ameisen typischerweise als Heer von Helfern auf, das für den Helden die scheinbar unlösbare Aufgabe löst, eine riesige Menge von Körner aufzulesen oder zu sortieren. Dieses Motiv scheint aus der römischen Mythologie zu stammen: Die Ameise gehört zu den Attributen der Göttin Ceres (Göttin des Ackerbaus und der Fruchtbarkeit).

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Die Bienenkönigin, Illustration Walter Crane

 

  • Amor und Psyche (Apuleius): Ein Ameisenheer hilft Psyche, einen großen Haufen Weizen, Gerste, Hirse, Mohn, Erbsen, Linsen und Bohnen zu sortieren, was ihr von ihrer Schwiegermutter, der Göttin Venus, aus Boshaftigkeit aufgetragen wurde.
  • Der Teufel mit den drei goldenen Haaren (Brüder Grimm):
  • Die Bienenkönigin (Brüder Grimm): Der jüngste von drei Königssöhnen hält seine Brüder davon ab, einen Ameisenhaufen zu zerstören. Zum Dank lesen die Ameisen für ihn Perlen aus dem Moos auf.
  • Die weiße Schlange (Brüder Grimm): Der Held achtet darauf, dass sein Pferd die Ameisen nicht zertritt. Zum Dank helfen sie ihm später, einen Sack Hirsekörner aufzulesen.
  • Die sieben Tauben (Basile): Eine Ameise möchte vom Gott der Zeit wissen, warum ihre Lebenszeit so kurz bemessen ist.

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