Märchenquiz

quiz-bild

Die Regentrude

Die Regentrude

Märchen von Theodor Storm, veröffentlicht 1863

Inhalt

Ein sengend heißer Sommer lässt die Menschen im Dorf fast verzweifeln. Die Ernte verdorrt, und das Vieh verdurstet auf den Weiden. Nur einer muss sich keine Sorgen machen: Der Wiesenbauer, der vor einigen Jahren für wenig Geld sumpfige Wiesen aufgekauft hat, die unter normalen Umständen fast wertlos sind. Viele Bauern stehen mittlerweile bei ihm in der Schuld und müssen noch dankbar sein, wenn er sie durch Wucherkredite vor der unmittelbaren Katastrophe bewahrt. So auch Mutter Stine, eine verwitwete Bäuerin, deren Sohn Andres mit Maren, der Tochter des Wiesenbauern aufgewachsen ist. Beide lieben sich und würden gern heiraten, was der Wiesenbauer nun nicht mehr als standesgemäß ansieht.

Angesichts der drohenden Hungersnot erwacht bei vielen Dörflern der alte, vorchristliche Glaube an die Regentrude. Die Naturgöttin ist nach diesem Glauben für den Leben spenden Regen zuständig, doch von Zeit zu Zeit schläft sie ein — besonders dann, wenn der Glaube an sie erlischt. Mutter Stine und die beiden jungen Leute beschließen, die Regentrude zu wecken, so wie es vor fast Hundert Jahren Stines Urahne schon einmal getan hat. Stine erinnert sich noch an Teile des Sprüchleins, das dazu aufgesagt werden muss. Den Rest lauscht Sohn Andres dem Feuermann ab, der frohlockend die Felder versengt. Auch den Weg zur Regentrude verrät der schon siegessichere Feuermann. Die rettende Tat kann nur von einem mutigen jungen Mädchen vollbracht werden, das den anstrengenden und gefährlichen Weg zur Regentrude auf sich nimmt.

Dieses Mädchen ist natürlich Maren, die Liebste von Andres und Tochter des Wiesenbauern. Gelegentlich von Schuldgefühlen gegenüber ihrem Vater geplagt — denn ihm wird der Regen keinen Segen bringen — weiß sie dennoch, was richtig ist und nur von ihr getan werden kann. Als sie zurück ins Dorf kommt, heiratet sie Andres, ihren Liebsten.