Theodor Storm

Theodor Storm war ein deutscher Schriftsteller, * 14.9. 1817 in Husum, † 4.7. 1888 in Hademarschen.

Leben

Als Sohn eines Advokaten studierte Storm von 1837 bis 1839 in Kiel und Hamburg Jura. Den Beruf des Juristen übte er neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit bis zu seiner Pensionierung aus. In Kiel schloss er Freundschaft mit den Brüdern Theodor und Tycho Mommsen und gab mit ihnen 1843 den Gedichtband »Liederbuch dreier Freunde« heraus. Im gleichen Jahr ließ er sich in seiner Heimatstadt Husum als Anwalt nieder. 1846 heiratete er seine Cousine Konstanze Esmarch, mit der er sieben Kinder hatte. Bereits 1847 lernte er Dorothea Jensen kennen, die er in zweiter Ehe heiratete, nachdem seine Frau bei der Geburt des jüngsten Kindes gestorben war.

Als Schleswig 1852 an Dänemark ging, wurde Storm die Zulassung als Anwalt entzogen. Von 1852 bis 1856 hatte er eine unbesoldete Stelle als Gerichtsassessor in Potsdam. In diesen Jahren verkehrte er in der literarischen Gesellschaft Berlins, wo er u.a. Theodor Fontane und Paul Heyse kennenlernte. 1856 wurde er Kreisrichter in Heiligenstadt (Thüringen). Nach der Niederlage der Dänen im deutsch-dänischen Krieg (1864) kehrte Theodor Storm in das nunmehr preußische Schleswig-Holstein zurück und wurde Landvogt. Ab 1874 bis zu seiner Pensionierung war er Oberamtsrichter in Husum. Seine letzten Lebensjahre verbrachte er in Hademarschen.

Werk

Theodor Storm schuf über 50 Novellen, die zu den bedeutendsten der deutschen Literatur zählen. Im Mittelpunkt steht meist die Konfrontation des Individuums mit unüberwindlichen Konflikten, die selten versöhnlich endet. Motive wie unerfüllte Liebe und wehmütige Erinnerung an Vergangenes beispielsweise treten bereits in der 1850 veröffentlichten Novelle »Immensee« auf. Der realistische Handlungsverlauf wird oft durch das Eindringen von etwas Unheimlichem gebrochen. Dies gilt besonders für Storms letztes und wohl bekanntestes Werk, den »Schimmelreiter«. Neben seinen Novellen verfasste Storm einige Märchen (»Der kleine Häwelmann«, Die Regentrude) und vor allem Lyrik. Seiner Heimatstadt Husum, der »grauen Stadt am Meer«, schuf er mit dem Gedicht »Die Stadt« ein literarisches Denkmal. Auch das Weihnachtsgedicht »Knecht Ruprecht« mit den berühmten Anfangszeilen

Von drauß’ vom Walde komm ich her;
Ich muß euch sagen, es weihnachtet sehr!

(entstanden in der Thüringer Zeit) stammt von Theodor Storm.

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