Märchenquiz

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Oscar Wilde

Oscar Wilde

irischer Schriftsteller, geboren am 16. Oktober 1854 in Dublin, gestorben am 30. November 1900 in Paris. Oscar Wilde studierte in Dublin, Oxford und London. Sein scharfsinniger Humor und sein extravagantes Auftreten verschafften im schnell den Ruf des snobistischen Dandys. 1881 erschien ein erster Band mit Gedichten. Ab 1882 unternahm er Vortragsreisen in Nordamerika und England. Für seine Söhne Cyril und Vyvyan (geb. 1885 und 1886) schrieb er eine Reihe von Märchen, die 1888 unter dem Titel »The Happy Prince and other Tales« erschienen. Eine zweite Märchensammlung (»The House of Pomegranates«, dt. »Ein Granatapfelhaus«) folgte 1891. Im gleichen Jahr erschien Wildes einziger Roman, »The Picture of Dorian Gray (dt. »Das Bildnis des Dorian Gray«). Er gehört zu den meistgelesenen Werken aus dem 19. Jahrhundert und lieferte mit dem schönen, ewig jugendlichen, hemmungslosen und grausamen Dorian Gray, die Vorlage für unzählige Adaptionen (mehrere Fassungen für Ballett, Oper, Musical, Theater und an die 20 Verfilmungen). Einen Skandal löste des ebenfalls 1891 fertiggestellte Drama »Salome« aus. (Auf der deutschen Übersetzung des Stücks basiert die gleichnamige Oper von Richard Strauß, uraufgeführt 1905.) In den Jahren 1892 bis 1895 war Wilde ein gefeierter Bühnenautor. Dass Wilde homosexuell war, war in der Geselslchaft kein Geheimnis; dennoch kam es 1895 infolge einer gezielten Provokation zum Eklat, der schließlich darin mündete, dass Wilde wegen Unzucht zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt wurde. Durch die harte Zwangsarbeit gesundheitlich ruiniert und in seiner Heimat gesellschaftlich geächtet, starb Oscar Wilde 1900 in Paris.

Weniger bekannt ist, dass der Ästhet und Dandy Wilde auch ein Plädoyer für den Sozialismus verfasste (The Soul of Man under Socialism, externer Link dt. Übersetzung auf wikisource). Ausgehend von der Annahme, dass Armut hässlich ist, ist für Wilde die ideale Gesellschaft eine, in der alle Menschen ohne Zwang nur schöne Dinge tun. Das Mittel zur Erreichung dieses Ziels sieht er in der Abschaffung des Privateigentums, da diese für ihn vor allem eine Bürde ist, welche die Menschen an der Verfolgung ihrer wahren Ziele hindert. Wildes Auffassungen zum Sozialismus dürften wohl kaum mit den Vorstellungen heutiger linker Parteien konform gehen. Für den Märchenatlas aber liefert der folgende, oft zitierte Satz aus diesem Essay das passende Motto:

A map of the world that does not include Utopia is not worth even glancing at, for it leaves out the one country at which Humanity is always landing.

(Eine Weltkarte, auf der das Land Utopia nicht eingezeichnet ist, ist es nicht wert, dass man auch nur einen Blick darauf verschwendet. Denn auf ihr fehlt das eine Land, in dem Menschlichkeit immer ankommt.)

Die Märchen

Der glückliche Prinz und andere Märchen

Ein Granatapfelhaus

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