Hans Christian Andersen

Hans Christian Andersen, geboren 1805 in Odense, gestorben 1875 in Kopenhagen, war ein dänischer Dichter. Aus ärmlichen Verhältnissen stammend und zeitlebens ein Außenseiter schuf er mit seinen Märchen (Eventyr, fortalte for børn) Weltliteratur und dürfte noch immer der international bekannteste dänische Schriftsteller sein.

Hans Christian Andersen (Porträt aus dem Jahr 1869)
Hans Christian Andersen (Porträt aus dem Jahr 1869)

Nachdem sein Vater, ein Schuhmacher, gestorben war, ging Hans Christian Andersen im Alter von 14 Jahren nach Kopenhagen. Seine Bemühungen, als Schauspieler am Theater Fuß zu fassen, waren nicht von Erfolg gekrönt. Auch als Sänger versuchte er sich und schrieb erste kurze Gedichte. Immerhin fand er Unterstützung seitens der Theaterdirektion und wurde von König Friedrich VI. gefördert. So konnte er ein Gymnasium und anschließend die Universität Kopenhagen besuchen.

Hans Christian Andersen blieb zeitlebens unverheiratet, was Anlass zu Spekulationen bezüglich seiner sexuellen Orientierung bot. Andererseits ist bekannt, dass er in die Schwester eines Kommilitonen verliebt war — den Brief, in dem sie ihm schrieb, dass sie den Mann heiraten würde, dem sie versprochen war, hat er sein Leben lang aufbewahrt. Nach der Heirat dieser Frau unternahm Andersen ausgedehnte Reisen, die ihn durch viele Länder Europas führten. In Deutschland besuchte er besonders oft Dresden und das Gut Maxen bei Pirna.

Zunächst war Andersen mit Reisebeschreibungen und Bildungsromane erfolgreich (in Deutschland sogar mehr als in seiner Heimat); außerdem arbeitete er fürs Theater und schrieb Gedichte. Berühmt bis heute aber ist er für seine Märchen, von denen einige immer wieder verfilmt wurden. Unter dem Titel Mit Livs Eventyr (dt. Das Märchen meines Lebens) publizierte Andersen seine Autobiografie, die er selbst als den besten Kommentar zu seiner Dichtung bezeichnete.

Die Märchen von Hans Christian Andersen

Die zwischen 1835 und 1872 erschienen Märchen des großen dänischen Dichters sind außerordentlich zahlreich (mehr als 150)  und stilistisch vielseitig. Beeinflusst von Volksmärchensammlungen ebenso wie vom Kunstmärchen (insbesondere der deutschen Romantik) schrieb er diese Texte mit doppeltem Anspruch: Sie seien für Kinder geschrieben, denen Erwachsene über die Schulter blicken. Scheinbar naiv, mitunter auch belehrend, romantisch und voller »kindgerechter« Zauberei stecken sie doch oftmals voller Anspielungen, sind Gesellschaftssatire (etwa Des Kaisers neue Kleider, Die Prinzessin auf der Erbse) oder pessimistische Gesellschaftsanalyse (Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzchen).

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