Märchen in Bildern: Dornröschen

Märchen in Bildern: Dornröschen

Dornröschen ist eines der bekanntesten Grimm’schen Märchen und auch eines, das besonders oft illustriert wurde. Besonders die romantische Schlussszene, in der der Prinz das schlafende, von Rosen umrankte Mädchen entdeckt, hat viele Illustratoren gereizt. Auch die Schlüsselszene, in der Dornröschen auf die alte Frau mit dem Spinnrad trifft, wurde recht häufig illustriert. Etwas seltener ist auf Illustrationen der Prinz vor der Dornenhecke zu sehen oder auch die schlafende Hofgesellschaft. Außerhalb Deutschlands schufen Künstler nicht nur Illustrationen zu Übersetzungen von Dornröschen, sondern auch zu Charles Perrault Märchen Die Schlafende Schöne im Wald, das in seinem ersten Teil Dornröschen entspricht, aber noch einen zweiten Teil hat.

Im Folgenden finden Sie eine Auswahl besonders schöner Dornröschen-Illustrationen. Klicken Sie auf ein Bild, um eine vergrößerte Version zu sehen. In dieser Ansicht können Sie direkt zum nächsten oder vorherigen Bild navigieren.

Deutsche Ausgaben (um 1900)

Carl Offterdinger

Carl Offterdinger (*1829, 1889) schuf zwei Dornröschen-Illustrationen (Mein erstes Märchenbuch, um 1885). Die eine zeigt den Prinzen, wie er das Schloss betritt; auf der anderen steht der Prinz am Bett des schlafenden Dornröschens.

Sleeping BeautyDornröschen, Illustration Carl Offterdinger

 

 

 

 

 

 


Paul Meyerheim

Die Illustrationen des Malers Paul Meyerheim (*1842, 1915) erschienen erstmals in der 20. Auflage der Kleinen Ausgabe der Kinder- und Hausmärchen (1874). Auch er wählte für Dornröschen das »Standardmotiv«: schlafendes Mädchen von Rosen umrankt, davor der Prinz.

meyerheim-dornroschen

 

 

 

 

 

 


Thekla Brauer

Und gleich nochmal: Dornröschen schlafend und von Rosen umrankt; vor ihr der Prinz, der sie vermutlich gleich küssen wird. Die Illustratorin Thekla Brauer (*1856, 1943) schuf dieses und sechs weitere Bilder für eine Zusammenstellung Grimm’scher Märchen (Fünfzig Kinder- und Hausmärchen gesammelt durch die Brüder Jacob und Wilhelm Grimm, Otto Spamer, Leipzig, 1895).

brauer-dornroschen

 

 

 

 

 

 


Alexander Zick

Alexander Zick (*1845, †1907) wählte für seine Illustration des Dornröschen-Märchens das Motiv mit der spinnenden alten Frau und dem neugierigen Mädchen, das gerade im Begriff ist, die verhängnisvolle Spindel zu berühren (Märchen für Kinder, Verlag Grote, Berlin, um 1880).

Dornröschen, Illustration von Alexander Zick

 

 

 

 

 

 


Eugen Klimsch

Das folgende Bild zeigt ebenfalls das Schlüsselmotiv mit der Spindel, nach der Dornröschen schon die Hand ausstreckt. Es stammt von dem Maler Eugen Klimsch (*1839, 1896) und erschien vermutlich erstmals in dem Band Grimms Märchen, Verlag Loewe, Stuttgart, 1923.

klimsch-dornroschen

 

 

 

 

 

 


Übersetzungen und Perraults Schlafende Schöne im Wald

Die Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm gehören im Ausland zu den bekanntesten Werken der deutschen Literatur. Sie wurden in mehr als 150 Sprachen übersetzt, wobei als Textgrundlage besonders die sog. Kleine Ausgabe von Bedeutung war, eine von den Brüdern Grimm selbst besorgte Auswahl von Märchen, die sie als besonders für Kinder geeignet ansahen. Daneben wurden einzelne Märchen in Sammelbände mit Märchen unterschiedlicher Herkunft aufgenommen oder in aufwändig illustrierten Einzelausgaben veröffentlicht. Dementsprechend unüberschaubar ist die Zahl der außerhalb des deutschsprachigen Raums erschienenen Illustrationen zu Grimms Märchen. Dazu kommt, dass viele der Grimm’schen Märchen in mehr oder weniger abweichenden Fassungen in ganz Europa verbreitet sind. So sind etwa auch von den Märchen des Franzosen Charles Perrault mehrere illustrierte Ausgaben erschienen, auch außerhalb Frankreichs. Perraults Dornröschen-Fassung hat den Titel La belle au bois dormant, deutsch Die schöne Schlafende im Wald, und hat einen zweiten Teil, der mit dem Grimm’schen Märchen Schneewittchen verwandt ist. Auch im englischsprachigen Raum ist das Märchen bekannt, vor allem unter dem an Perraults angelehnten Titel Sleeping Beauty aber auch als (The Little) Briar Rose, was die Übersetzung von Dornröschen ist.

Gustave Doré

Der französische Grafiker Gustave Doré (*1832, 1883) illustrierte 1863 die Märchen von Charles Perrault, darunter auch die Schlafende Schöne. Von den insgesamt sechs Illustrationen sind hier die drei mit den gängigsten Motiven gezeigt: alte Frau mit Spindel, schalfender Hofstaat, Prinz am Bett der Schlafenden.

Die schlafende Schöne im Wald, Illustration Gustave Doré

Die schlafende Schöne im Wald, Illustration Gustave Doré

Die schlafende Schöne im Wald, Illustration Gustave Doré

 

 

 

 

 

 


Walter Crane

Der Engländer Walter Crane (*1845, 1915) war ein führender Vertreter der Arts and Crafts Movement und trat unter anderem als Illustrator von Kinderbüchern in Erscheinung. Die hier gezeigten Bilder stammen aus The Sleeping Beauty Picture Book, George Routledge and Sons, London 1875, das vier weitere Dornröschen#Illustrationen enthält.

Die schlafende Schöne im Wald, Illustration Walter CraneDie schlafende Schöne im Wald, Illustration Walter CraneDie schlafende Schöne im Wald, Illustration Walter Crane

 

 

 

 

 

 


Arthur Rackham

Der englische Buchillustrator Arthur Rackham (*1867, 1939) war ungeheuer produktiv und zählt zu den führenden Vertretern des Golden Age der Buchillustration in Großbritannien, einer Phase, die etwa von 1890 bis zum Beginn des zweiten Weltkriegs reichte. Er schuf eine unüberschaubare Zahl von Illustrationen zu Grimms Märchen. Die hier gezeigten Dornröschen-Illustrationen stammen aus The Fairy Tales of the Brothers Grimm, London, 1909 (links und Mitte) sowie The Arthur Rackham Fairy Book, 1933 (rechts). Das erste Motiv ist zweifellos ungewöhnlich: Der offensichtlich schon alte König außer sich vor Freude, endlich doch Vater geworden zu sein. Das mittlere Bild zeigt den Prinzen nicht wie üblich direkt vor der Dornenhecke, sondern in einiger Entfernung, wo ihn ein Mann warnt, der sich möglicherweise selbst an der Hecke versucht hat. Auf dem dritten Bild dann wieder das Standardmotiv, jedoch mit der Besonderheit, dass Dornröschen schon wach ist.

Dornröschen, Illustration von Arthur Rackham

Dornröschen, Illustration von Arthur RackhamDornröschen, Illustration Arthur Rackham

 

 

 

 

 

 


Warwick Goble

Auch Warwick Goble (*1862, 1943) ist ein Vertreter des Golden Age, jedoch ist die Anzahl seiner Illustrationen zu Grimms Märchen überschaubar. Sie erschienen in einem Sammelband mit dem schlichten Titel The Fairy Book, ed. Dinah Craik, McMillan, 1913, der eine bunte Mischung von Märchen enthält, darunter auch The Sleeping Beauty. Goble wählte das Standardmotiv.

Dornröschen, Illustration Warwick Goble

 

 

 

 

 

 


Harry Clarke

Der irische Glasmaler und Buchillustrator Harry Clarke (*1889, 1931) illustrierte die Märchen von Charles Perrault (The Fairy Tales of Charles Perrault, George Harrap, London, 1922). Das erste Bild zeigt eine Szene, die zum zweiten Teil der Perraultschen Fassung gehört, bei Grimms Dornröschen also nicht vorhanden ist (jedoch kennt man das Motiv von Schneewittchen): Die böse Schwiegermutter befiehlt, Dornröschen töten zu lassen, und lässt sich einen Beweis für die Bluttat vorlegen.

The sleeping beauty in the wood, Illustration Charles Perrault

The sleeping beauty in the wood, Illustration Harry Clarke

 

 

 

 

 

 


Anne Anderson

Zum Schluss ein Bild der schottischen Illustratorin Anne Anderson (*1874, 1930), das noch einmal die Schlüsselszene mit dem Spinnrad zeigt (erschienen in Old, Old Fairy Tales, 1935).

Dornröschen, Illustration Anne Anderson

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