Die kleine Seejungfrau

Die kleine Seejungfrau

Märchen von Hans Christian Andersen, veröffentlicht 1837
siehe auch Undine von Friedrich de la Motte Fouqué und Der Fischer und seine Seele von Oscar Wilde

Der Disney-Zeichentrickfilm »Arielle, die Meerjungfrau« wurde im Unterschied zur Vorlage mit einem Happy End versehen und machte die Geschichte der kleinen Nixe zu einem der bekanntesten Märchen von Hans Christian Andersen.

Inhalt

Die jüngste und schönste der sechs Töchter des Meerkönigs ist aus der Art geschlagen. Still und nachdenklich sitzt sie meist in ihrem Teil des Meeresgartens, züchtet Blumen, die aussehen wie die rotleuchtende Sonne und betrachtet das einzige Fundstück von einem der untergangenen Schiffe, das ihr etwas bedeutet: eine weiße Marmorstatue in Gestalt eines Knaben. Das einzige, was sie noch lieber mag, sind die Geschichten ihrer Großmutter von den Menschen.

Die kleine Seejungfrau, Märchen von Hans Christian Andersen. Märchenbilder von Anne Anderson

Die kleine Seejungfrau. Illustration von Anne Anderson

An ihrem fünfzehnten Geburtstag darf sie, wie in den Jahren zuvor ihre Schwestern, von den Klippen aus die Welt der Menschen beobachten. Jahrelang hatte sie diesen Tag herbeigesehnt, ihre Phantasie beflügelt durch die Berichte ihrer Schwestern. Es soll ihr Schicksalstag werden, denn gleich nach dem Auftauchen sieht sie ein festlich geschmücktes Schiff, auf dem ein Prinz seinen sechzehnten Geburtstag feiert. Als des Schiff wegen eines plötzlichen Unwetters untergeht, rettet sie den Prinzen und legt in bewusstlos in einer Bucht ab. Von Ferne beobachtet sie wehmütig, wie ein schönes Mädchen den Prinzen findet.

Nach ihrer Rückkehr drehen sich ihre Gedanken mehr denn je um die Menschen. Von ihrer Großmutter erfährt sie, dass bei den Menschen vieles ganz anders ist als bei ihnen: Sie haben eine viel kürzere Lebenszeit, die noch dazu in den meisten Fällen von Sorgen beschwert ist. Nach ihrem Tod jedoch steigt ihre unsterbliche Seele in den Himmel auf, während von ihresgleichen nichts anderes bleibt als ein bisschen Meeresschaum. Die kleine Seejungfrau ist bereit, für eine unsterbliche Seele — und die Nähe des Prinzen — jeden Preis zu zahlen. Der Preis ist hoch, denn sie kann nur dann eine Seele bekommen, wenn ein Mensch sie mehr als Mutter und Vater liebt und sich mit ihr vermählt. Dazu muss zuallererst ihr Fischschwanz durch ein Paar Beine ersetzt werden, was der kleinen Seejungfrau jeden Tag unerträgliche Schmerzen bereitet und unumkerbar ist. Außerdem fordert die Meereshexe, die sie von dem Fischschwanz befreit, als Lohn ihre wunderschöne Stimme. Und trotz all der Opfer ist das Risiko hoch: Heiratet der Prinz eine andere, muss sie sterben, ohne eine Seele erlangt zu haben.

Zwar gelingt es der kleinen Seejungfrau, als Findelkind in die Nähe des Prinzen zu kommen. Bald liebt er sie — wie eine Schwester. Stumm muss sie mit ansehen, wie der Prinz um das schöne Mädchen wirbt, das er nach seinem Schiffbruch als erstes erblickte und das er für seine Retterin hält. Ihre betrübten Schwester bitten sie, den Prinzen zu töten, um sich selbst zu retten, was die kleine Seejungfrau nicht übers Herz bringt. Am Morgen nach seiner Hochzeitsnacht löst sich ihr Körper in Meeresschaum auf. Nun trifft sie die Töchter der Lüfte und erfährt, dass sie durch gute Taten doch eine unsterbliche Seele erlangen kann.

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