Die Geschichte von dem kleinen Muck

Die Geschichte von dem kleinen Muck

Märchen von Wilhelm Hauff, enthalten im Märchenalmanach auf das Jahr 1826

Angelehnt an die Erzählstruktur aus Tausendundeiner Nacht ist die Geschichte in eine mehrfach verschachtelte Rahmenhandlung eingebettet. Der Erzähler des inneren Rahmens ist ein Kaufmann, der in seiner Kindheit mit seinen Freunden einen kleinwüchsigen, alten Sonderling hänselte, bis ihm sein Vater dessen phantastische Lebensgeschichte erzählte.

Inhalt

Der kleine Muck, Märchen von Wilhelm Hauff, Illustration Bertall

Der kleine Muck bei Frau Ahavzi und ihren Katzen (Illustration Bertall)

Der kleine Muck ist zum Kummer seines Vaters ein Kind, das nicht recht wachsen will. Der Junge wird von niemandem gefördert und weiß, als er mit etwa sechzehn Jahren Waise wird, so gut wie nichts von der Welt. Von seine Verwandten als unnützer Esser betrachtet macht sich der Muck auf und davon, um irgendwo in der Welt sein Glück zu finden.

Die Welt empfängt ihn nicht gerade mit offenen Armen, doch wenigstens nimmt ihn die etwas sonderbare Frau Ahavzi in ihre Dienste. Seine Aufgabe besteht darin, deren zahlreiche Katzen zu pflegen. Ganz nach Art der Katzen stellen die Tiere das Haus auf den Kopf, wenn Muck mit ihnen allein ist, und schnurren zahm, wenn Frauchens liebevoller Blick auf ihnen ruht. Bestraft wird dann Muck, der deshalb bald den Dienst quittieren will. Nur hätte er gern seinen Lohn, den die Alte immer versprochen aber nie gezahlt hat. Als er auf der Suche nach etwas Wertvollem ein Kristallgefäß zerbricht, muss er schnellstmöglich fliehen. Ohne lange zu überlegen, nimmt er ein Paar Pantoffeln und einen Spazierstock mit.

Wie sich bald zeigt, besitzen diese Gegenstände Zauberkräfte. Die Pantoffeln tragen ihn in Windeseile zu jedem gewünschten Ort, und der Stock verrät, ob an einer bestimmten Stelle ein Schatz vergraben ist. Der kleine Muck verdingt sich als Schnellläufer beim König und wird bald dessen Liebling, was ihm den Neid der anderen Höflinge beschert. In der irrigen Annahme, sich Freundschaft erkaufen zu können, setzt er sein Stöckchen ein, um im Palastgarten einen Schatz zu heben. Großzügig verteilt er sein Gold, doch zum Dank bezichtigt ihn der Schatzmeister des Diebstahls. Muck beteuert, dass er das Gold nicht habe vergraben sondern vielmehr ausgraben wollen. Um die drohende Todesstrafe abzuwenden, lüftet er das Geheimnis seines Zauberstabs und führt den König zum Beweis zu einem weiteren vergrabenen Schatz. Der König will nun auch wissen, was es mit den Pantoffeln auf sich hat. Nachdem er sie ausprobiert hat, nimmt er dem kleinen Muck Pantoffeln und Stöckchen ab und verweist ihn des Landes.

Arm wie zuvor ernährt sich der kleine Muck von dem, was er findet. Hungrig isst er ein paar Feigen, woraufhin ihm Eselsohren und eine lange Nase wachsen. Zum Glück verschwinden diese Auswüchse wieder, nachdem er die Früchte eines benachbarten Feigenbaums gegessen hat. Er pflückt von beiden Sorten einen Korb und verkauft die schlimme Sorte am Hof des Königs. Dort ist der Jammer groß, als alle ihre langen Ohren und Nasen sehen. Kein Arzt kann helfen. Schließlich verkleidet sich Muck selbst als Arzt und »kuriert« die Gezeichneten mit der anderen Sorte. Zur Belohnung darf sich Muck aus der Schatzkammer des Königs aussuchen, was er will. Er nimmt schnell sein Stöckchen und seine Pantoffeln und verschwindet in seine Heimat.

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