Der goldne Topf

Der goldne Topf ist eine Märchennovelle von E.T.A. Hoffmann, veröffentlicht 1814. Der goldne Topf, vom Autor selbst als »Märchen aus der neuen Zeit« bezeichnet, ist eines der bekanntesten Werke E.T.A. Hoffmanns. Die Handlung spielt in Dresden, wo Hoffmann in den Jahren 1813/14 lebte.

Der goldne Topf. Illustration Edmund Schäfer

Inhalt

Der Student Anselmus muss sich zwischen einer gutbürgerlichen Karriere und der Welt der Poesie entscheiden. Verkörpert werden diese Gegensätze (»feindliche Prinzipe«) durch zwei junge Frauen: Veronika, der Tochter eines Beamten, und Serpentina, der Tochter des Archivarius Lindhorst. Der Archivarius ist, wie sich herausstellt, ist in Wirklichkeit ein Salamander, verfügt über Zauberkräfte und wurde einst aus dem sagenumwobenen Atlantis vertrieben.

Anselmus ist strebsam und »berechtigt zu den schönsten Hoffnungen«, wie man so sagt. Dummerweise steht er sich dabei oft selbst im Weg — durch kleine Ungeschicklichkeiten und seine Neigung zur Tagträumerei. Am Himmelfahrtstag stolpert er in die Welt der zauberhaften Serpentina, einer kleinen grünen Schlange mit wunderschönen dunkelblauen Augen. Kurz darauf bietet sich ihm die Möglichkeit, etwas Geld zu verdienen. Für den Archivarius Lindhorst kopiert er höchst merkwürdige Handschriften. Was er nicht ahnt: Diese Tätigkeit ist eine Art Prüfung für den jungen Mann. Denn der Archivarius sucht für seine Tochter Serpentina einen geeigneten Ehemann. Nur wenn es dem Archivarius gelingt, seine drei Töchter mit Menschensöhnen zu verheiraten, darf er nach Atlantis zurückkehren. Serpentinas Mitgift ist ein goldener Topf, den Anselmus im prächtigsten Zimmer des Archivarius andächtig bestaunt.

Anselmus geht völlig in seiner Arbeit auf. Während er die merkwürdigen Zeichen — die er nicht versteht — sorgfältig kopiert, fühlt er sich beglückt und der Alltagswelt entrückt. Doch auf der anderen Seite steht Veronika. Nach Andeutungen ihres Vaters über Anselmus‘ vielversprechende Zukunft sieht sie diesen schon als ihren Ehemann. Ihre prosaische Weltsicht hält sie jedoch nicht davon sich ab, sich der Zauberkräfte einer zwielichtigen Frau zu bedienen, um Anselmus Zuneigung zu gewinnen. Dies wiederum ruft den mächtigen Archivarius Lindhorst auf den Plan, der Anselmus verzaubert und in ein Glas sperrt. Nachdem dieser seine Treulosigkeit aufrichtig bereut, gibt ihm der Archivarius seine Tochter Serpentina zur Frau. Das glückliche Paar lebt von nun an auf Lindhorsts Rittergut in Atlantis, während Veronika schnell passenden Ersatz für den allzu poetisch veranlagten Anselmus findet.

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