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Das Märchen von Rosenblättchen

Das Märchen von Rosenblättchen

Kunstmärchen von Clemens Brentano, enthalten in den Italienischen Märchen (1806-1811). Die Geschichte basiert auf dem Märchen Die Küchenmagd (La schiavottella) aus Giambattista Basiles Pentamerone.

Inhalt

Der Herzog von Rosmital hatte eine sehr schöne Schwester, die er über alles liebte und der er alles zu Gefallen tat.

Gefallen findet Prinzessin Rosalina an Blumen, vor allem an Rosen, und an ihren langen Haaren, die sie unentwegt von ihren »Kammfräulein« kämmen lässt. Eines Tages stellt der Herzog seiner Schwester einen guten Freund vor, den Prinzen Immerundewig, der sie heiraten möchte. Doch Rosalina weist den Antrag mit der schnippischen Bemerkung zurück, ebensowenig würde sich ein Rosenstock mit einem Kürbis vermählen. Enttäuscht sucht Prinz Immerundewig Rat bei seiner Tante, der Zauberin Nimmermehr.

Die Zauberin taucht einige Zeit später in Rosalinas Garten auf und bemerkt, die schönste aller Rosen würde ihr noch fehlen, »nämlich die immer und ewig blühende Monatsrose.« Jeden Monat bildet die Rose eine neue Blüte. Die muss Rosalina unbedingt haben, und die Zauberin hat auch schon ein Reis der Monatsrose dabei, in ein Kürbisstück gesteckt, damit es schön frisch bleibt. Rosalina muss einen Löffel von den Kürbiskernen nehmen, was ihr überraschend gut schmeckt. Außerdem muss sie jeden Monat mit ihren Kammfräulein ein Rosenfest veranstalten, bei dem die jungen Mädchen über den Rosenstock springen. Wer ihn berührt, bekommt ein paar Hiebe mit den dornigen Rosenzweigen auf die Hände. Rosalina streift mir ihrem Kleid eine Rose, woraufhin ein Rosenblatt zu Boden schwebt. Sie kann es schnell noch auffangen und steckt es sich in den Mund. Damit hat sie unbeabsichtigt die Hochzeit mit Prinz Immerundewig vollzogen, und die Zauberin spricht:

Weil Kürbiskern und Rosenblatt
Dein roter Mund gegessen hat,
Weil Ros und Kürbis sich verband,
Verlierst du deine stolze Hand
An meinen Freund, den Immerundewig;
Leb wohl! im Abendschimmer entschweb ich.

Rosalina wird immer trauriger und bildet sich ein, ein Kürbis zu werden. Währenddessen wächst die Monatsrose vor ihrem Fenster und schließlich in ihr Zimmer hinein. Als die Monatsrose zum neunten Mal blüht, breiten die Zweige eine Rosenlaube über ihr Bett. Nachts träumt sie, sie sei ein Kürbis und müsse sterben — und am Morgen steht neben ihrem Bett ein halber Kürbis, wie eine Wiege, und darin liegt ein hübsches kleines Mädchen. Wehmütig denkt Rosalina an den Prinzen Immerundewig, der aus Liebe zu ihr ein Rosenstock geworden ist.

Behütet von ihrer Mutter wächst das kleine Mädchen, Rosenblättchen genannt, in aller Abgeschiedenheit auf. Eines Tages möchte die Zauberin Rosenblättchen sehen, doch Rosalina lässt sie sieben Viertelstunden warten. Zornig spricht die Alte den Fluch aus, dass Rosalina ihre eigene Tochter zu Tode kämmen wird, wenn diese sieben Jahre alt ist. So geschieht es, doch Rosalina bewahrt Rosenblättchen in einem Kristallsarg in einer Hinterkammer auf. Weitere sieben Jahre später stirbt Rosalina vor Kummer. Den Schlüssel zur Hinterkammer vertraut sie vor ihrem Dahinscheiden ihrem Bruders an, der kurze Zeit später eine schöne, aber kaltherzige Frau heiratet. Eines Tages findet sie das schöne, schlummernde Mädchen und weckt sie. Fortan muss Rosenblättchen schmutzigste Arbeiten erledigen und wird von der eifersüchtigen Herzogin aufs Gemeinste behandelt. Doch schließlich erfährt der Onkel von ihrem Geheimnis, gibt sie in fürsorglichen Hände und verstößt seine Frau. Nachdem Rosenblättchen einen Prinzen geheiratet hat, sieht das junge Paar nachts am offenen Fenster Rosenblättchens Mutter und Vater. Die Eltern segnen das Paar, dem der Himmel bald darauf einen kleinen Prinzen beschert.