eines der bekanntesten Märchen der Brüder Grimm
enthalten im ersten Band der Kinder- und Hausmärchen (1812)
Inhalt
Ein König und eine Königin bekommen nach langem vergeblichen Hoffen endlich ein Kind, ein Mädchen. Zur Taufe werden auch die Feen des Landes geladen, allerdings nur zwölf, obwohl es dreizehn Feen gibt. Die dreizehnte wird übergangen, weil es an einem dreizehnten goldenen Teller fehlt. Als schon elf Feen dem Kind ihre guten Wünsche ausgesprochen haben, erscheint die zornige dreizehnte Fee, um die Königstochter zu verfluchen: An ihrem fünfzehnten Geburtstag soll sie sich an einer Spindel stechen und tot umfallen. Der Fluch wird durch die letzte Fee gemildert: nicht der Tod soll das Mädchen ereilen, sondern ein hundertjähriger Schlaf.
Der König lässt alle Spinnräder samt Spindeln aus seinem Reich verbannen und glaubt seine Tochter daher sicher. An ihrem fünfzehnten Geburtstag sind König und Königin auf Reisen, sodass das junge Mädchen ungehindert auch die ihr normalerweise verbotenen Teile des Schlosses erkunden kann. In einem Turmzimmer entdeckt sie eine freundliche alte Frau an einem Spinnrad. Neugierig will sie das Spinnen auch einmal probieren und sticht sich an der Spindel. Sofort sinkt sie in den prophezeiten Schlaf, und mit ihr alle Bediensteten, was immer sie gerade tun. Um das Schloss beginnt eine dornige Rosenhecke zu wachsen.
Ebenso wachsen die Legenden um das im Schloss schlafende schöne Mädchen. Schon viele junge Männer haben ihr Glück versucht und kamen in der Dornenhecke zu Tode. Als die hundert Jahre so gut wie um sind, wagt es ein junger Königssohn. Er überwindet die Hecke und weckt die schlafende Schöne durch einen Kuss. Auch alle anderen erwachen, und es wird Hochzeit gehalten.



