Strohhalm, Kohle und Bohne

Strohhalm, Kohle und Bohne

Strohhalm, Kohle und Bohne ist ein Schwank aus den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm (KHM 18). Die Nonsense-Geschichte »erklärt«, weshalb Bohnen (genauer gesagt Bohnensamen) eine Naht haben. Ein ähnliches Abenteuer erleben Strohhalm und Kohle zusammen mit einer Gruppe von Tieren in dem Schwankmärchen Von dem Tode des Hühnchens.

Inhalt

Rackham-Strohhalm

Strohhalm, Kohle und Bohne. Illustration Arthur Rackham

In einem Dorf lebt eine arme, alte Frau, die sich ein Bohnengericht kochen will. Damit das Feuer schnell durchbrennt, legt sie eine Handvoll Stroh zu den Kohlen. Dann schüttet sie die Bohnen in den Topf, wobei ihr eine Bohne zu Boden fällt. Dort liegt schon ein Strohhalm, und kurz darauf purzelt noch eine Kohle aus dem Ofen. Die drei stellen fest, dass sie gerade noch mal davon gekommen sind – während ihre Kameraden gerade von der Alten verheizt bzw. zu Brei gekocht werden. Um nicht doch noch deren Schicksal zu teilen, beschließen sie, zusammen auszuwandern.

Sie ziehen los und kommen irgendwann an einen Bach, den sie überqueren müssen. Leider ist weit und breit keine Brücke zu sehen, doch der Strohhalm hat eine Idee: Er könnte sich lang machen, sodass die anderen beiden rüber gehen können. Gesagt, getan. Die Kohle, heißblütig von Natur, trippelt beherzt los. Als sie etwa in der Mitte angelangt ist und das Wasser unter sich rauschen hört, bekommt sie Angst und bleibt stehen. Die Hitze wird dem Strohhalm zu viel; er fängt Feuer und bricht durch. Die heiße Kohle stürzt ins Wasser und verglüht. Die Bohne, die vorsichtig genug war, sich die Sache erstmal vom Ufer aus anzusehen, muss lachen und kann gar nicht wieder aufhören. Schließlich platzt sie vor Lachen und wäre ebenfalls gestorben, wenn nicht gerade ein wandernder Schneidergeselle vorbiegekommen wäre, der sie wieder zusammengenäht hat. Seitdem aber haben die Bohnen eine schwarze Naht.

NEU: Märchenquiz

quiz-bild