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Schneewittchen | Märchenatlas

Schneewittchen

Schneewittchen

Schneewittchen ist eines der bekanntesten Märchen aus den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm (KHM 53). Das Schneewittchen selbst ist eine weltweit populäre Märchenfigur mit Namen wie Snow White, Snow Drop oder Blanche-neige. Diese Popularität verdankt sich nicht zuletzt den zahlreichen Verfilmungen. Neben klassischen Märchenfilmen wurden von Schneewittchen auch Zeichentrickfilme (u.a. der Disney-Klassiker von 1937), Parodien (»7 Zwerge — Männer allein im Wald«, 2004; »7 Zwerge — Der Wald ist nicht genug«, 2006) und Fantasyfilme (»Snow White: A Tale of Terror«, 1997; »Snow White and the Huntsman«, 2012) auf die Leinwand gebracht.

Schneewittchen mit Zwergen, Illustration Franz JüttnerIn kaum einer illustrierten Ausgabe der Grimm’schen Märchen fehlt ein Bild zu Schneewittchen, sei es mit dem Jäger, den Zwergen, der Stiefmutter oder dem Königssohn, der sie im Glassarg liegend findet. Außerdem gibt es zu diesem Märchen besonders viele Einzelausgaben mit ganzen Bildergeschichten. Klicken Sie auf das kleine Bild links, um zu einer kommentierten Auswahl von Schneewittchen-Bildern zu gelangen.

In der ersten Auflage der Kinder- und Hausmärchen hieß Schneewittchen noch »Sneewittchen«, was die plattdeutsche Form von Schneeweißchen ist. Mit dem Märchen Schneeweißchen und Rosenrot hat Schneewittchen jedoch kaum Gemeinsamkeiten, viel eher dagegen mit Dornröschen. Bei Perrault sind Varianten beider Märchen in einem vereint (Die schlafende Schöne im Wald, siehe unten). Einige besonders einprägsame Motive finden sich bereits in Basiles Märchenssammlung (Pentamerone): in Die Küchenmagd stirbt ein Mädchen, als die Mutter ihr die langen Haare kämmt, und in Die drei Zitronen steht am Beginn eine Schnittverletzung, die dem Helden die Idee eingibt, nach einer Frau »so rot wie Blut und so weiß wie Käse« zu suchen. Bei Johann Karl August Musäus (Volksmährchen der Deutschen, erster Band) hat das Kunstmärchen Richilde starke Ähnlichkeit mit Schneewittchen, wenngleich es wesentlich ausführlicher und mit vielen Ausschmückungen versehen ist.

Inhalt

Eine Königin wünscht sich ein Kind: weiß wie Schnee, rot wie Blut und schwarz wie der Rahmen des Fensters, an dem sie an jenem Wintertag saß, als sie sich beim Sticken in den Finger stach. Ihr Wunsch erfüllt sich, und sie nennt das kleine Mädchen Schneewittchen. Doch bald nach der Niederkunft stirbt sie. Ein Jahr später heiratet der König eine sehr schöne, aber eitle Frau. Jeden Tag fragt die neue Königin ihren Spiegel:

Spieglein, Spieglein an der Wand,
wer ist die Schönste im ganzen Land?

um die Bestätigung zu hören, dass sie die Schönste im Land sei. Doch eines Tages, als Schneewittchen etwa sieben Jahre alt ist, gibt der Spiegel nicht die gewohnte Antwort, sondern verkündet, Schneewittchen sei tausendmal schöner als sie. Der Neid der Königin auf das Mädchen erwacht, wächst und lässt ihr keine Ruhe. Schließlich befiehlt sie dem Jäger, Schneewittchen zu töten und ihr zum Beweis das Herz des Mädchens zu bringen.

Illustration von Franz Jüttner (um 1905)

Der Jäger führt Schneewittchen in den Wald, bringt die grausame Tat aber nicht über sich. Er lässt das Mädchen im Wald frei und legt der Königin das Herz eines getöteten Tiers vor. Schneewittchen findet im Wald die Hütte der sieben Zwerge, von denen sie freundlich aufgenommen wird. (Siehe auch Zahlen im Märchen: Die Sieben.) Doch die böse Stiefmutter erfährt von ihrem Spiegel, dass Schneewittchen, noch immer tausendmal schöner als sie, hinter den sieben Bergen bei den sieben Zwergen lebt. Als Krämerin verkleidet begibt sie sich zur Hütte der Zwerge, die im Berg ihre Arbeit verrichten, und schwatzt Schneewittchen einen Gürtel auf. Sogleich hilft sie dem schönen Mädchen beim Schnüren, das daraufhin scheinbar tot umfällt. Doch die heimkehrenden Zwerge können Schneewittchen retten. Natürlich erfährt bald auch die Königin von der Rettung Schneewittchens. Sie versucht nun, Schneewittchen mithilfe eines vergifteten Kamms zu töten, doch auch diesmal überlebt das Mädchen dank der treuen Zwerge. Doch der dritte, besonders heimtückische Plan scheint zu fruchten. Die verkleidete Königin gibt Schneewittchen einen Apfel, und zum Beweis, dass der Apfel völlig harmlos ist, isst sie selbst die weiße Hälfte. Schneewittchen bekommt die rote, vergiftete.

Diesmal müssen die Zwerge einsehen, dass jede Hilfe für ihr geliebtes Schneewittchen zu spät kommt. Weil sie aber so frisch und rosig aussieht, als würde sie nur schlafen, legen sie sie in einen Sarg aus Glas. So findet sie nach einiger Zeit ein Königssohn, der die Zwerge überredet, ihm den Sarg mit der schönen Königstochter zu überlassen. Als einer der Träger des Sarges stolpert, fährt Schneewittchen das vergiftete Apfelstück aus dem Hals, und sie ist wieder lebendig. Der Königssohn heiratet Schneewittchen, und auch die neidische Stiefmutter wird zur Hochzeit eingeladen. Auf dem Fest wird sie bestraft, indem sie in rotglühende Eisenpantoffeln steigen und im Feuer tanzen muss, bis sie tot umfällt.

Motive, Verwandschaft mit anderen Märchen

Schneewittchen verkörpert den Typ der Märchenheldin, die als Tochter eines Königs zunächst ihren Status verliert, um nach einer Zeit der Entbehrungen und Prüfungen triumphal zur neuen Königin zu werden (siehe auch Übersicht Märchenfiguren). Als Gegenspielerin tritt die böse Stiefmutter auf. Sie ist im Falle von Schneewittchen selbst die Konkurrentin und nicht, wie oft beim Motiv der Stiefmutter, eine oder mehrere ihrer Töchter. Das Motiv der in einem todesähnlichen Schlaf liegenden, schönen jungen Frau taucht bereits in Perraults La belle au bois dormant (siehe auch Dornröschen) auf. Wie dort wird die Schlafende von einem jungen Mann edler Herkunft erlöst; wie im zweiten Teil von La belle au bois dormant zieht die schöne junge Frau den tödlichen Neid einer älteren (bei Grimms Schneewittchen Stiefmutter, bei Perrault Dornröschen Schwiegermutter) auf sich. Gemeinsam ist beiden auch das Motiv des durch die böse Königin angeordneten Mordes, bei dem der Jäger zum Beweis ein Organ der Getöteten vorweisen muss, ebenso die Art und Weise, wie sich der solchermaßen Genötigte der gottlosen Tat entzieht. In beiden Märchen wird am Ende die böse, neidische Frau tödlich bestraft.

Das Motiv des allein im Wald zurückgelassenen Kindes wiederum findet sich bei Perrault in Le petit poucet (Der kleine Däumling). Die Grimms verwendeten dieses Motiv in dem ebenfalls sehr bekannten Märchen Hänsel und Gretel.

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