Dornröschen

Dornröschen ist eines der bekanntesten Märchen der Brüder Grimm, enthalten im ersten Band der Kinder- und Hausmärchen (KHM 50).

Bereits die Märchensammlungen von Giambattista Basile und Charles Perrault enthalten Fassungen des Dornröschen-Märchens (Sonne, Mond und Thalia bzw. Die schlafende Schöne im Wald), die neben der bekannten Geschichte von der Spindel und der Erweckung durch den Prinzen einen zweiten Teil enthalten, in dem die junge Frau den Geliebten im Kampf gegen eine böse weibliche Kraft (Schwiegermutter bzw. Nebenbuhlerin) zurückerobern muss. Dieser Teil weist Motive auf, die von Schneewittchen bekannt sind, weshalb die beiden Märchen Dornröschen und Schneewittchen als ursprünglich verwandt betrachtet werden können.

Dornröschen. Illustration Alexander Zick (Märchen für Kinder, Verlag Grote Berlin, um 1880)

Dornröschen gehört zu den Märchen, die besonders oft illustriert wurden, wobei das Bild der von Rosen umrankten, schlafenden Schönen mit Abstand das am häufigsten zu findende Motiv ist. Als Ergänzung zu dem vorliegenden Artikel empfehlen wir unsere kommentierte Sammlung von Illustrationen zum Märchen Dornröschen sowie zu Charles Perraults Fassung (Die schlafende Schöne im Wald).

Inhalt

Ein König und eine Königin bekommen nach langem vergeblichen Hoffen endlich ein Kind, ein Mädchen. Zur Taufe sind auch die Feen des Landes eingeladen, allerdings nur zwölf, obwohl es dreizehn Feen gibt. Die dreizehnte wird übergangen, weil es an einem dreizehnten goldenen Teller fehlt. Als schon elf Feen der Königstochter ihre guten Wünsche ausgesprochen haben, erscheint die zornige dreizehnte Fee, um das Mädchen zu verfluchen: An ihrem fünfzehnten Geburtstag soll sie sich an einer Spindel stechen und tot umfallen. Immerhin mildert die letzte Fee den Fluch: nicht der Tod soll das Mädchen ereilen, sondern ein hundertjähriger Schlaf.

Der König lässt alle Spinnräder samt Spindeln aus seinem Reich verbannen und glaubt seine Tochter daher sicher. An ihrem fünfzehnten Geburtstag sind König und Königin auf Reisen, sodass das junge Mädchen ungehindert auch die ihr normalerweise verbotenen Teile des Schlosses erkunden kann. In einem Turmzimmer entdeckt sie eine freundliche alte Frau an einem Spinnrad. Neugierig will sie das Spinnen auch einmal probieren und sticht sich an der Spindel. Sofort sinkt sie in den prophezeiten Schlaf, und mit ihr alle Bediensteten, was immer sie gerade tun. Um das Schloss beginnt eine dornige Rosenhecke zu wachsen.

Ebenso wachsen die Legenden um das im Schloss schlafende schöne Mädchen. Schon viele junge Männer haben ihr Glück versucht und kamen in der Dornenhecke zu Tode. Als die hundert Jahre so gut wie um sind, wagt es ein junger Königssohn. Er überwindet die Hecke und weckt die schlafende Schöne durch einen Kuss. Auch alle anderen erwachen, und es wird Hochzeit gehalten.

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