Märchenquiz

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Doktor Allwissend

Doktor Allwissend

Märchen der Brüder Grimm (Kinder- und Hausmärchen, KHM 98)

Inhalt

Doktor Allwissend, Märchen der Brüder Grimm. Märchenbilder von Arthur Rackham

Doktor Allwissend. Illustration Arthur Rackham

Ein armer Bauer namens Krebs fährt mit seinem Wagen in die Stadt und verkauft einem Doktor ein Fuder Holz. Dabei sieht er, wie prächtig es sich als Doktor lebt, und fragt, nachdem er genug gestaunt hat, was er tun müsse, um auch ein Doktor zu werden. Der Doktor gibt ihm den Rat, den Wagen samt Ochsen zu verkaufen, sich von dem Geld ein ABC-Buch und vornehme Kleider anzuschaffen, sowie ein Schild mit den Worten »Doktor Allwissend«, das er über seiner Tür annageln lassen soll.

Der Bauer befolgt den Rat. Nachdem er eine Weile mit mäßigem Erfolg herumgedoktort hat, wird er zu einem reichen Mann gerufen, dem eine große Summe Geld gestohlen wurde. Zusammen mit seiner Frau Grethe lässt er sich zum Hof des adligen Herrn fahren, um der Sache auf den Grund zu gehen. Dort werden die Eheleute eingeladen, mit am Essen teilzunehmen, das gerade von den Dienern aufgetragen wird. Bauer Krebs murmelt seiner Grethe zu: „Das war der erste“, womit er den ersten Gang des Essens meint. Doch der Diener bezieht diese Bemerkung auf sich — denn er ist einer der Diebe. Beunruhigt steckt er seine Vermutung bzgl. des Doktors Allwissend seinen Kumpanen, die vor der Tür warten, um die weiteren Gänge des Mahls aufzutragen. Tatsächlich ergeht es dem zweiten und dritten und vierten Diener ganz so wie dem ersten: der Dotor murmelt zu seiner Frau: „Das ist der zweite“ bzw. „Das ist der dritte“. Beim vierten Gang wird der Doktor gebeten, eine Probe seiner Allwissenheit zu geben: er soll erraten, was in der abgedeckten Schüssel ist, welche der vierte Diener aufträgt. Diesmal murmelt der Doktor Allwissend: „Ach, ich armer Krebs“ (da er’s nicht weiß), was als richtige Antwort durchgeht, denn in der Schüssel sind Krebse. Die vier diebischen Diener sind überzeugt, dass der Doktor Allwissend tatsächlich alles weiß und fühlen sich ertappt. Sie winken ihn zu sich und bieten ihm eine stattliche Summe, damit er sie nicht verrät. Außerdem zeigen sie ihm die Stelle, wo sie das gestohlene Geld versteckt haben. Dann geht der Doktor wieder zu seinem Auftraggeber ins Speisezimmer und blättert in seinem schlauen ABC-Buch, angeblich um herauszufinden, wo sich das gestohlene Geld befindet. Nachdem er dem Herrn das Versteck gezeigt hat, kassiert er auch von diesem eine ordentliche Belohnung. Dank dieser Glanzleistung wird er ein berühmter Mann und hat ausgesorgt.