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Die vier kunstreichen Brüder

Die vier kunstreichen Brüder

Die vier kunstreichen Brüder ist ein Märchen der Brüder Grimm (Kinder- und Hausmärchen, KHM 129, ab 2. Auflage), das in seinem ersten Teil dem kürzeren Märchen Die drei Brüder (ebenfalls Brüder Grimm) ähnelt. Außerdem ähnelt das Märchen dem bekannteren Sechse kommen durch die ganze Welt, bei dem fünf mit außergewöhnlichen (»übernatürlichen«) Fähigkeiten begabte Helfer einem abgedankten Soldaten beistehen. Die Talente der kunstreichen Brüder haben an sich nichts Magisches; vielmehr resultiert das Außergewöhnliche aus der grotesken Übertreibung gewöhnlicher Fähigkeiten, was dem Märchen leicht schwankhafte Züge verleiht. Ähnliche Märchen finden sich bereits in den Märchenbänden von Straparola (u.a. im Meisterdieb) und Basile (Die fünf Söhne, Der Floh).

Inhalt

Ein Vater schickt seine vier Söhne in die Welt, auf dass sie jeder ein Handwerk erlernen. Der erste geht bei einem Dieb in die Lehre, der zweite bei einem Sternengucker, der dritte bei einem Jäger und der vierte bei einem Schneider. Nach vier Jahren treffen sie sich wieder am Scheideweg und kehren gemeinsam nach Hause zurück. Der Vater lässt sich vorführen, was sie gelernt haben. Der Sternengucker muss sagen, wie viele Eier in dem Nest über ihnen im Baum liegen (es sind fünf). Der Dieb muss dem Vogel, der dabei ist die Eier auszubrüten, selbige stehlen, ohne dass der Vogel davon etwas merkt. Der Jäger muss die auf dem Tisch liegenden Eier mit einem einzigen Schuss entzwei schießen. Und schließlich muss der Schneider die Eier wieder zusammennähen, inklusive der zerschossenen Vögelchen. Alle Brüder bestehen die Probe; die kleinen Vögelchen haben am Ende lediglich ein rotes Streifchen am Hals.

Die vier kunstreichen Brüder, Brüder Grimm. Märchenbilder von Arthur Rackham

Die vier kunstreichen Brüder, Illustration Arthur Rackham

Die Brüder trachten nun nach einer Möglichkeit, ihre außergewöhnlichen Fähigkeiten bei einer ebenso außergewöhnlichen Prüfung unter Beweis zu stellen. Diese Gelegenheit ergibt sich, als die Tochter des Königs von einem Drachen entführt wird und alle Untertanen aufgerufen sind, sie zu finden und wohlbehalten zu befreien. Zur Belohnung gibt es die Tochter und das halbe Königreich. Der Sternengucker erspäht das Versteck und der Dieb befreit sie aus den Klauen des schlafenden Drachen. Alle vier fliehen mit der Prinzessin übers Meer, doch der Drache ist aufgewacht und verfolgt sie. Dies ist der Moment des Jägers, der den Drachen vom Schiff aus abschiesst. Leider hat das zur Folge, dass der herabstürzende Drache ihr Schiff zerschmettert und sie alle fünf zu ertrinken drohen. Doch der vierte Bruder näht die Trümmerteile wieder zu einem Schiff zusammen, sodass sie schließlich dem König seine Tochter wohlbehalten übergeben können. Der ist allerdings ratlos, welchem der Brüder er seine Tochter geben soll und überlässt die Entscheidung ihnen. Brüderlich teilen sie sich das Königreich und verzichten auf die Königstochter.