Der Zaunkönig und der Bär

Der Zaunkönig und der Bär

Der Zaunkönig und der Bär ist ein Tiermärchen aus der Sammlung der Brüder Grimm (KHM 102), das den Krieg der geflügelten Tiere gegen die Vierbeiner zum Thema hat. Auslöser dieses Krieges ist eine Beleidigung, die der Bär gegenüber den Kindern des Zaunkönigs ausgesprochen hat. Das Motiv des Kampfes sehr ungleicher Tiere, aus dem die vermeintlich schwachen als Sieger hervorgehen, findet sich beispielsweise auch in dem Märchen vom alten Sultan. Die Figur des gewitzten Zaunkönigs, der sich anmaßt der König der Vögel sein zu wollen, ist auch der Held des Grimm’schen Märchens Der Zaunkönig.

Inhalt

Bär und Wolf gehen spazieren und hören dabei das Lied eines Vogels. Der Wolf erklärt dem Bären, dass es der Zaunkönig ist, der so schön singt, und führt ihn auf seine Bitte zum Nest des Königs der geflügelten Tiere. Nachdem Mutter und Vater Zaunkönig ausgeflogen sind, wirft der Bär einen Blick ins Nest. Abschätzig sagt der Bär zu den Zaunkönigskindern, dies sei ein elender Palast und die Kleinen wären unehrliche Kinder, weil sie behaupten, die Kinder eines Königs zu sein. Als der Zaunkönig das erfährt, fliegt er zur Höhle des Bären und erklärt ihm sowie allen vierbeinigen Tieren den Krieg.

Zaunkönig und Bär rufen jeweils ihre Truppen zusammen: Vögel, Mücken, Hornissen, Bienen und Fliegen auf der einen Seite; Ochs, Esel, Rind, Hirsch, Reh und alle sonstigen Vierbeiner auf der anderen. Der Zaunkönig schickt die Mücke als Kundschafter aus. um zu erfahren, wen die Vierbeiner zum Heerführer machen und wie ihr Schlachtplan ist. Die Mücke meldet, dass der Fuchs zum General erklärt wurde und dass dieser seinen Truppen Zeichen mit seinem Schwanz geben würde. »Schwanz nach oben« bedeutet Attacke!, »hängender Schwanz« bedeutet »Rückzug!«

Die Schlacht beginnt, und die feindlichen Heere stürmen aufeinander los — die einen rennen, dass die Erde zittert; die anderen fliegen mit viel Geschnatter, Gekreisch, Summen und Brummen, dass der Gegenseite angst und bange wird. Der Fuchs rennt mit erhobenem Schwanz, dem vereinbarten Zeichen, das jedoch auch der Hornisse bekannt ist. Geschickt sticht sie ihm solange unter den Schwanz, bis der Fuchs den Schmerz nicht mehr ertragen kann und den Schwanz einzieht. Dies interpretieren seine Truppen als Zeichen zum Rückzug, zumal der Fuchs vor Schmerzen jault. Die Vierbeiner rennen was sie können jeder in seine Höhle, und so haben die Geflügelten in kürzester Zeit die Schlacht gewonnen. Der Bär muss zum Nest des Zaunkönigs gehen und sich bei dessen Kindern persönlich entschuldigen.

Der Zaunkönig und der Bär, Illustration Otto Ubbelohde

Der Zaunkönig und der Bär, Illustration Otto Ubbelohde

 

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