Märchenquiz

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Baba Jaga

Baba Jaga

Die Baba Jaga ist eine Gestalt der slawischen Mythologie, die in vielen russischen Märchen auftritt und dort eine ähnliche Rolle spielt wie die Hexe im deutschen bzw. (west-)europäischen Märchen. Sie tritt meist als alte, dürre Frau in Erscheinung (»Baba«[1]Die Bedeutung des Namensbestandteils »Jaga« ist weniger offensichtlich. Wikipedia verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass Jaga auch eine Kurzform von Jadwiga, der polnischen Variante von Hedwig ist. Hedwig wiederum ist aus der althochdeutschen Form Haduwig abgeleitet, wobei beide Wortbestandteile (hadu und wig) Bedeutungen wie Kampf, Schlacht und Krieg haben. Sollte die Ableitung von Jaga aus Jadwiga richtig sein, würde Baba Jaga also so etwas wie „kämpferisches altes Weib“ bedeuten, was zumindest plausibel wäre. ist in den meisten slawischen Sprachen die Bezeichnung für alte Frau, Großmütterchen), die im Wald lebt und über Zauberkräfte verfügt. Doch ist sie von ihrem mythologischen Ursprung her eine von drei Verkörperungen einer dreifaltigen Göttin, bestehend aus Jungfrau, Mutter und eben dem alten Weib. Dies in Rechnung gestellt, ist ihre ambivalente Erscheinung im Märchen leichter verständlich: Zwar tritt sie oft als Gegenspielerin der Märchenheldin auf, dann in ihrer Funktion der mitteleuropäischen Hexe tatsächlich sehr ähnlich. Doch manchmal wird sie auch zur Helferin, so etwa in dem Märchen von der Froschprinzessin, in dem sie dem Zarensohn Iwan genau erklärt, was er tun muss, um seine Braut aus den Fängen des Zauberers Koschtschei zu befreien.

Baba Jaga, Hexe in russischen Märchen

Baba Jaga von Wiktor Wasnjetsew

Die Baba Jaga trägt auch den Beinamen Kostjanaja Noga (»Knochenbein«), ein Hinweis auf ihren mythologischen Ursprung als Totengöttin. Ihr Haus steht auf Hühnerbeinen und hat dem ersten Anschein nach keine Tür, doch auf ein Zauberwort hin dreht sich das Häuschen und die Tür wird sichtbar. Die Baba Jaga hat kannibalistische Anwandlungen und schmückt den Zaun um ihr Häuschen mit Totenschädeln (zu sehen zum Beispiel hier), ein weiterer Hinweis auf ihren Ursprung als Totengöttin. Oft wird sie mit dem bösen und unsterblichen Koschtschei in Verbindung gebracht (etwa in dem bereits erwähnten Märchen von der Froschprinzessin), wobei die genau Beziehung zwischen beiden variiert. In manchen Erwähnungen ist die Baba Jaga die Mutter des Koschtschei.

Als Accessoire verfügt die Baba Jaga wie die Hexe über einen Besen, doch benutzt sie zur Fortbewegung einen Mörser, den sie mit dem dazugehörigen Stößel lenkt (der Besen dient ihr zum Verwischen ihrer Spuren).

Musikalisch verewigt wurde der Hexenritt der Baba Jaga von Modest Mussorsgski in seinem Klavierzyklus Bilder einer Ausstellung (Bild 9, Die Hütte auf Hühnerfüßen), zu hören und sehen in dem folgenden hübschen, kleinen Zeichentrickfilm:

Anmerkungen   [ + ]

1. Die Bedeutung des Namensbestandteils »Jaga« ist weniger offensichtlich. Wikipedia verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass Jaga auch eine Kurzform von Jadwiga, der polnischen Variante von Hedwig ist. Hedwig wiederum ist aus der althochdeutschen Form Haduwig abgeleitet, wobei beide Wortbestandteile (hadu und wig) Bedeutungen wie Kampf, Schlacht und Krieg haben. Sollte die Ableitung von Jaga aus Jadwiga richtig sein, würde Baba Jaga also so etwas wie „kämpferisches altes Weib“ bedeuten, was zumindest plausibel wäre.