Die Froschprinzessin

Die Froschprinzessin

russisches Märchen, enthalten in der Sammlung Narodnye russkie skazki (1855-1863; Russische Volksmärchen) von Alexander Nikolajewitsch Afanassjew; auch bekannt als Die Froschkönigin oder Zarewna Frosch oder Zarewna Unke

Zentrales Motiv ist die Tierehe, nur dass es hier die Frau ist, die in Gestalt eines Tiers einen Menschen heiratet und nach Bestehen verschiedener Prüfungen erlöst wird. Wegen der Froschgestalt drängt sich natürlich als erstes der Vergleich mit dem Grimmschen Märchen Froschkönig auf, doch stärker noch ist die Ähnlichkeit mit Märchen vom Typ Die Schöne und das Biest, besonders mit jenen, die einen zweiten Teil mit der Suche nach dem verbannten Geliebten enthalten. Verwandt ist auch das Grimmsche Märchen Die drei Federn, in dem drei Königssöhne der Richtung einer Feder folgen müssen, um eine bestimmte Aufgabe zu lösen.

Inhalt

Die Froschprinzessin (Zarewna Unke). Märchenbilder von Iwan Bilibin

Die Froschprinzessin. Illustration von Iwan Bilibin

Eine Zarin beschließt, dass ihre drei Söhne heiraten sollen. Jeder bekommt Pfeil und Bogen: wo der Pfeil landet, dort werde der Schütze seine Braut finden. Der Älteste schießt seinen Pfeil in den Hof eines Bojaren, der Mittlere vor das Haus eines Kaufmanns. Iwan Zarewitsch jedoch, der jüngste Sohn, schießt seinen Pfeil in den Teich. Dort sitzt eine Fröschin, und die mag Iwan eigentlich nicht als Frau haben. Doch der Zar meint: Nimm sie nur, das ist eben dein Los. Also bleibt Iwan nichts anderes übrig, er heiratet den Frosch. Das ist freilich keine schlechte Partie, denn der Frosch ist in Wirklichkeit Wassilissa, die Wunderkluge. Sie wurde von ihrem Vater für drei Jahre in einen Frosch verwandelt, zur Strafe, dass sie klüger ist als er.

Eines Tages bestellt der Zar seine drei verheirateten Söhne an den Hof und wünscht, jede Schwiegertochter solle weiches, weißes Brot backen. Iwan ist ratlos, denn wie soll sein Froschweib Brot backen können? Doch Nachts legt Wassilissa heimlich ihre Froschhaut ab und ruft ihre Ammen herbei, um Brot zu backen, wie sie es früher bei ihrem Vater aß. Ihr Brot ist das wunderbarste Brot, das der Zar je zu kosten bekam. Der Zar dankt für das Brot und hat gleich einen neuen Wunsch an die Schwiegertöchter: jede möge einen Teppich weben. Wieder kann sich Iwan nicht vorstellen, wie seine Frau diese Aufgabe lösen soll, und wieder ruft Wassilissa nachts in Menschengestalt ihre Ammen herbei. Sie weben einen Teppich, so wunderbar, wie es ihn im Hause des Vaters gab und sonst nur im Märchen. Der Zar dankt und bittet nun die Söhne mit ihren Frauen persönlich an seinen Hof. Diesmal ist Iwan wirklich traurig, denn

… wie soll ich dich denn den Leuten zeigen?!

Die Froschprinzessin

Viktor Wassnetsow

Wassilissa beruhigt ihn, er solle nur allein voraus gehen. Am Hcof des Vaters verspotten ihn die Brüder, als plötzlich mit Donner und Getöse eine sechsspännige Kutsche vorfährt. Heraus steigt Wassilissa, die nicht nur wunderklug, sondern auch wunderschön ist. Iwans Frau, die er so allerdings noch nie gesehen hat. Sie isst und trinkt mit den anderen an der festlichen Tafel, doch die letzten Tropfen schüttet sie in den einen Ärmel und ein Knöchelchen von dem verspeisten Schwan in den anderen. Nach dem Essen wird getanzt, und dabei schüttelt Wassilissa aus dem einen Ärmel einen schönen See und aus dem anderen ein paar weiße Schwäne. Das alles macht großen Eindruck, am meisten aber auf Iwan, der seine Frau natürlich lieber so als in Froschgestalt haben will. Also eilt er heimlich nach Hause und verbrennt die Froschhaut.

Nun ist es Wassilissa, die bestürzt ist, denn wenn Iwan noch ein wenig gewartet hätte, wäre sie erlöst gewesen. Sie verwandelt sich in einen Schwan und fliegt davon. Iwan, nun in Liebe entbrannt, folgt ihr um denn Bann zu lösen (»Suchwanderung«). Wie im Märchen vom Löweneckerchen sichert er sich auf seiner Suche mehrere Helfer mit magischen Kräften und kann am Ende Wassilissa aus den Händen des bösen Koschtschei befreien. Den entscheidenden Hinweis, wie der Koschtschei zu besiegen ist, gibt ihm ausgerechnet die gruselige Baba Jaga, die in etlichen anderen russischen Märchen eher eine böse Figur, ähnlich der Hexe, ist.

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