Der Frost

Der Frost

Der Frost, auch Väterchen Frost ist ein russisches Märchen, von dem zwei Fassungen in der klassischen Sammlung von Alexander Afanasjew enthalten sind. Das Hauptmotiv ist das der ungleichen (Stief-)Schwestern, ähnlich wie in Frau Holle oder Die drei Männlein im Walde: die sanftmütige und fleißige Schwester wird von der bösen Stiefmutter schikaniert, dann aber von einer übernatürlichen Kraft (z.B. einer Fee, hier eben dem Väterchen Frost) reich belohnt. Die garstige Schwester bekommt dagegen eine Strafe, die ihr fürs Leben anhängt (Pech bei Frau Holle, Kröten spucken bei den drei Männlein). Im russischen Märchen vom Frost muss das garstige Mädchen gar sterben.

Inhalt

Väterchen Frost, russisches Märchen. Illustration Iwan Bilibin

Der Frost. Illustration Iwan Bilibin

Eine Frau hat neben ihrer leiblichen Tochter eine Stieftochter, der sie das Leben zur Hölle macht, während sie die eigene ohne Grund mit Lob überhäuft. Der Vater kann sich gegen sein herrisches Weib nicht durchsetzen, selbst dann nicht, als sie von ihm verlangt, seine eigene Tochter bei bitterer Kälte im Wald auszusetzen. Weinend gehorcht er und bekreuzigt sich auf dem Heimweg. Das Mädchen hockt in einer Schneewehe, als der Frost kommt – wen er mit seinem Zepter berührt, der fällt in einen eisigen Schlaf, aus dem er nie mehr erwacht. Das Mädchen begrüßt den Frost freundlich und demütig: sie wisse, dass Gott ihn geschickt habe, um ihre sündige Seele zu holen. Der Frost hat Mitleid mit dem unschuldigen Mädchen und wirft ihr einen Pelz um. Später kommt er ein zweites Mal und wird von dem Mädchen wieder willkommen geheißen. Diesmal hat er eine große Truhe Aussteuer mitgebracht. Das Mädchen, in seinem dicken Pelzmantel, setzt sich auf die Truhe und harrt weiter in der Kälte aus. Der Frost erscheint ein drittes Mal, um ihr ein mit Gold und Silber besticktes Kleid zu bringen. Das Mädchen sitzt in ihrem schönen Kleid auf der Truhe und beginnt zu singen.

Währenddessen glaubt zu Hause die böse Stiefmutter, sie sei inzwischen erfroren und deckt den Tisch zum Leichenschmaus. Der Vater soll derweil das vermeintlich erfrorene Mädchen holen. Unterm Tisch bellt der Hund einen Spruch (siehe Tiere im Märchen: Der Hund), der der Alten überhaupt nicht gefällt: Die Stieftochter würde in Silber und Gold gekleidet kommen, ihre eigene Tochter dagegen keinen Freier bekommen. Mit einem Pfannkuchen versucht sie den Hund zu bestechen: Er soll bellen, dass die eigene Tochter bald heiraten wird und die Knochen der Stieftochter in einem Sack gebracht werden. Doch tatsächlich kommt kurz darauf die Totgeglaubte mit großem Pomp zur Tür herein.

Die Alte zögert keinen Moment, ihren Mann mit der eigenen Tochter in die Eiseskälte zu schicken, wo er sie an der gleichen Stelle zurück lassen muss. Der Frost lässt nicht lange auf sich warten, doch anders als von ihrer Stiefschwester hört er von ihr kein freundliches Wort. Er wird zornig und berührt das Mädchen mit seinem Zepter. Als der Alte sie auf Geheiß seiner Frau wieder nach Hause holen soll, findet er sie tot. Wieder weissagt zu Hause der Hund das Geschehen, auch wenn die Alte die Wahrheit nicht hören will und ihn mit einer Pirogge dazu bringt, etwas anderes zu bellen. Es hilft nichts, kurz darauf bringt der Mann das zu Eis erstarrte Mädchen.

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