Dumme Männer und närrische Weiber

Dumme Männer und närrische Weiber

norwegisches Märchen, enthalten in der Sammlung Norske Folkeeventyr (1843/44) von Peter Christen Asbjørnsen und Jørgen Engebretsen Moe.
Die Geschichte von den dummen Männern und den närrischen Weibern ist ein Beispiel für die derben und witzigen volkstümlichen Erzählungen (siehe  Schwank), die in der Sammlung von Asbjørnsen und Moe ebenso enthalten sind wie »typische Märchen« (etwa East of the Sun and West of the Moon).

Inhalt

Es waren einmal zwei Frauen. Die zankten sich wieder einmal, wie es Frauen gern tun. Und weil sie nichts anderes zum Zanken hatten, stritten sie sich, wer von beiden den dümmsten Mann hätte.

Das fängt schon mal gut an, aber sicherheitshalber: Jede behauptet sie (nicht etwa die andere) habe den dümmsten (sprich: leichtgläubigsten) Mann. Und um es herauszufinden, beschließen sie, ihre Männer ordentlich zum Narren zu halten. Die eine redet ihrem Mann ein, er sehe so fürchterlich elend aus, dass er bestimmt schwer krank, ja dem Tode nahe sei. Sie redet so lange auf ihn ein, bis er sich ins Bett legt, die Hände faltet und die Augen schließt. Dann lässt sie ihn in einen Sarg legen, in den sie fürsorglich ein paar Löcher macht.

Die andere kämmt daheim unsichtbare Wolle, spinnt daraus unsichtbares Garn, webt daraus unsichtbaren Stoff und schneidert ihrem Mann daraus einen unsichtbaren Anzug. Dass er nichts von den Handarbeiten seiner fleißigen Frau sieht, liegt selbstverständlich nur daran, dass er, der grobe Bauer, nicht gewohnt ist, derart feine Dinge zu sehen. Als alles fertig ist, ergibt sich die Gelegenheit, den feinen neuen Anzug zu tragen: Der Bauer vom Nordhof wird begraben.

Als er auf den Trauerhof kam, hatten da alle schon tüchtig gepichelt. Die Trauer wurde nicht größer, als sie ihn in seinem neuen Sonntagsanzug sahen.

Da muss selbst der Tote in seinem Sarg lachen, und so kam alles ans Licht, was die beiden Weiber ausgeheckt hatten.

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