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Die Mühle auf dem Meeresgrund | Märchenatlas

Die Mühle auf dem Meeresgrund

Die Mühle auf dem Meeresgrund

norwegisches Märchen, enthalten in der Sammlung Norske Folkeeventyr (1843/44) von Peter Christen Asbjørnsen und Jørgen Engebretsen Moe; auch bekannt unter dem Titel Wie das Salz ins Meer kam

Das zentrale Motiv ist bekannt aus dem Grimmschen Märchen Der süße Brei: ein ohne Beschränkung Nahrung spendendes Haushaltgerät ermöglicht einem Armen ein Leben ohne Not. Dass der Segen aber nur demjenigen zuteil wird, der ein reines Herz hat, ist in der norwegischen Version wesentlich klarer ausformuliert.

Inhalt

Kurz vor dem Julabend (Fest zur Wintersonnenwende) bittet ein armer Mann seinen reichen Bruder um ein Almosen aus seiner Vorratskammer. Der Reiche ist das Betteln seines armen Bruders leid, stellt ihm aber trotzdem eine ganze Speckseite in Aussicht. Der Arme muss versprechen, eine Bitte des Reichen zu erfüllen, die er zu diesem Zeitpunkt noch nicht kennt. Er willigt ein, bekommt den Speck und gleichzeitig böse Worte zu hören: »Und jetzt scher dich zur Hölle«.

Der arme Bruder hält sein Versprechen und geht zur Hölle. Unterwegs trifft er einen alten Mann beim Holzhacken und fragt ihn nach dem Weg. Er erhält die Auskunft, der Weg sei schon richtig, und dazu einen guten Ratschlag: In der Hölle würden die Teufel alles daran setzen, ihm seine Speckseite abzuhandeln, doch er solle sie für nichts anderes hergeben als für eine Handmühle, die er hinter der Tür sehen würde. Mit der Handmühle solle er wieder zu ihm kommen, er würde ihm erklären, wie man sie benutzt. So geschieht es.

Die Handmühle erweist sich als Zauberding von großem Nutzen: Sie schafft alle Speisen, Getränke und sonstige gute Dinge her, die man sich nur wünscht. Gerade noch rechtzeitig zum Julfest kommt der Mann mit der Mühle nach Hause und kann reichen Schmaus halten. Glücklich, selbst einmal Gastgeber sein zu können, lädt er auch seinen reichen Bruder ein. Als der die wundertätige Mühle sieht, will er sie natürlich für sich haben, und nach einigem Hin und Her einigen sich die Brüder darauf, dass der Reiche sie für dreihundert Taler bekommt, allerdings erst zur nächsten Heuernte. So geschieht es, doch der ehemals arme Bruder hat dem anderen nicht verraten, wie man die einmal arbeitende Mühle wieder zum Stillstand bringt. Fast wäre der Reiche in der Milchsuppe ertrunken, die er sich als erstes von der Mühle zubereiten ließ. Nur für weitere dreihundert Taler ist der ehemals arme Bruder bereit, sie wieder zurückzunehmen.

Weithin verbreitet sich der Ruf der Mühle und lockt allerlei Neugierige an. Darunter ist ein Schiffer, der mit Salz handelt. Er überredet den Mann, ihm die Mühle für tausend Taler zu überlassen, denn, so seine Überlegung, wenn er die Mühle Salz mahlen lässt, muss er es nicht mehr von weit her mit seinen Schiffen holen lassen. Doch er begeht den Fehler, die Mühle gleich auf dem Schiff auszuprobieren. Da auch er die Mühle nicht zum Stillstand bringen kann, mahlt sie solange Salz, bis das Schiff auf den Meeresgrund sinkt. Mit ihm die Mühle, die nun dort auf ewig mahlt und mahlt.

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