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Die Jungfrau auf dem Glasberg | Märchenatlas

Die Jungfrau auf dem Glasberg

Die Jungfrau auf dem Glasberg

norwegisches Märchen, enthalten in der Sammlung Norske Folkeeventyr (1843/44) von Peter Christen Asbjørnsen und Jørgen Engebretsen Moe

Das Märchen vereinigt zwei Motive: den gering geschätzten dritten Bruder (vergleiche zum Beispiel Die goldene Gans) und den Glasberg (siehe zum Beispiel Die sieben Raben), der als scheinbar unüberwindliches Hindernis den Zugang zu einem geliebten Menschen (Partner oder Geschwister) versperrt, schließlich aber durch Zauberkräfte erobert wird. Anklänge gibt es auch an die große Gruppe der Aschenputtel-Märchen, denn der Held ist Aschenper, ein Junge der im Gegensatz zu seinen Brüdern beim Herd, eben in der Asche, wohnen muss und beim großen Ereignis (hier das Werben um die Prinzessin) nicht mitgehen darf.

Inhalt

Ein Bauer besitzt eine Bergwiese, die zwei Jahre in Folge in der Johannisnacht »ratzekahl abgefressen« wurde. Nun hat er kaum noch Heu und schickt deshalb im dritten Jahr den ältesten seiner drei Söhne auf den Berg, wo er im Heuschober übernachten und die Wiese bewachen soll. Doch in der Nacht gibt es Gewitter und der Bursche flüchtet zurück ins Dorf. Am nächsten Morgen ist die Wiese wieder ratzekahl abgefressen. Im nächsten Jahr wird der zweite Sohn geschickt, der sich, als es donnert und die Erde bebt, als ebenso furchtsam erweist wie sein Bruder. Also muss im übernächsten Jahr der jüngste, Aschenper genannte, Bruder auf den Berg, obwohl dem keiner etwas zutraut, am wenigsten seine Brüder, die ihn verspotten wo es nur geht.

Wieder gewittert es, dass die Wände wackeln und die Erde bebt, doch Aschenper hat keine Angst. Als es wieder still wird, geht er hinaus und sieht ein schönes Pferd weiden. Auf seinem Rücken liegt eine Rüstung aus blankem Kupfer. Aschenper bewirft den Übeltäter mit einem Stein, woraufhin es sich brav von ihm führen lässt. Aschenper bringt es zu einem abgelegenen Ort und geht nach Hause. Er macht wenig Worte — das prächtig auf der Alm stehende Gras spricht für ihn. Auch in den beiden folgenden Jahren verbringt Aschenper die Johannisnacht auf der Bergwiese. Jedesmal wird das Gewitter schlimmer, dafür aber auch das ihm zufallende Pferd prächtiger. Die beiden neuen Rüstungen sind aus Silber und Gold.

Dann trägt es sich zu, dass der König seine Tochter verheiraten will. Und natürlich gibt’s das halbe Königreich dazu. Jeder darf um sie werben, doch sie zu erobern erweist sich als schwierig. Sie sitzt auf einem Glasberg, nahe genug, um ihre Schönheit zu erkennen, doch unerreichbar. Wer sie haben will, muss zu ihr reiten und die drei goldenen Äpfel holen, die in ihrem Schoß liegen. Niemand kommt auch nur einen Meter hoch, denn der Glasberg ist viel zu glatt.

Doch dann kommt Aschenper, den seine Brüder nicht mitnehmen wollten. Er kommt auf dem Pferd aus der ersten Nacht und in die kupferne Rüstung gekleidet. Problemlos nimmt er das erste Drittel des Berges, dann kehrt er um. Die Prinzessin kann ihm gerade noch einen der Äpfel zuwerfen. Am nächsten Tag wiederholt sich das Spiel — alle scheitern an dem glatten Berg, doch dann kommt der prächtige, unbekannte Reiter, diesmal in silberner Rüstung. Er nimmt zwei Drittel des Berges und kehrt um, wieder mit einem goldenen Apfel als Belohnung. Am dritten Tag schließlich reitete er in seiner goldenen Rüstung ganz bis nach oben und bekommt den Apfel. Noch immer weiß niemand, wer der beeindruckende Fremde ist, und Aschenper bekennt sich nicht. Erst als der König ohne Ergebnis im ganzen Land nach dem Eroberer der Äpfel geforscht hat und nur ein einziger, völlig unbedeutender Mann übrig ist (nämlich Aschenper), zeigt er die Äpfel vor und entledigt sich seiner Lumpen, unter denen schon die goldene Rüstung schimmert. So bekommt Aschenper die Prinzessin und das halbe Königreich dazu.

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