Le Petit Chaperon Rouge

Le Petit Chaperon Rouge

Das Rotkäppchen

Märchen von Charles Perrault, veröffentlicht 1697

Inhalt

La petit chapron rouge

Illustration Gustave Doré

Im Gegensatz zur Grimmschen Version der  Geschichte vom süßen kleinen Mädchen und dem bösen Wolf (siehe Rotkäppchen) geht Perraults Märchen nicht gut aus: Die Geschichte endet, nachdem der Wolf sowohl die Großmutter als auch das Rotkäppchen verschlungen hat; der rettende Jäger bleibt aus. Die moralische Absicht Perraults — Warnung vor Sittenstrolchen und kleinen Mädchen, die es ihnen nur allzu leicht machen– zeigt sich in eindeutig sexuell interpretierbaren Passagen, die in der Grimmschen Version nicht mehr enthalten sind. So fordert der Wolf das Rotkäppchen auf, sich zu ihm (d.h. ihr — der Großmutter) ins Bett zu legen, und Rotkäppchen zieht dafür ihre Kleider aus. Im Bett, bevor sie gefressen wird, staunt sie gar sehr, wie die Großmutter ohne Kleider beschaffen ist.

Auch Perraults Fassung ist nicht »die Originalfassung« des Rotkäppchen-Stoffes. Die ursprünglich mündlich überlieferte Geschichte lässt sich nicht bis an die Quelle(n) zurückverfolgen. In einigen Versionen taucht das Element des Kannibalismus auf, indem Rotkäppchen unwissentlich vom Fleisch ihrer Großmutter ist und von ihrem Blut trinkt.

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